Sprechende Künstlichkeit

Bielefeld: Chin: Alice in Wonderland

Opernwelt - Logo

Lewis Carrolls «Alice in Wonderland» ist ein Kinderbuchklassiker, der es in sich hat. In einer Reihe von Traumsequenzen führt der Dichter seine Hauptfigur durch absurde Situationen mit merkwürdigen, zwischen Tier- und Menschengestalt schillernden Protagonisten und nimmt dabei spielerisch die rigiden Erziehungsmaßstäbe der viktorianischen Zeit aufs Korn. Die koreanische Komponistin Unsuk Chin interessierte sich weniger für den Märchengehalt als für die «verdrehte Logik» der Vorlage.

2007 wurde ihr Opernerstling zur Eröffnung der Münchener Opernfestspiele mit großem Erfolg uraufgeführt (siehe OW 8/2007). Nach dem Grand Théâtre de Genève ist das Bielefelder Theater nun schon die dritte Bühne, die diese Oper auf den Spielplan setzt.

Bühnenbildner Hermann Feuchter zweckentfremdet den Orchestergraben als Spielfläche und rückt das skurrile Personal nah an die Zuschauer heran, während das Orchester im Bühnenhintergrund sitzt. Kühn aufgetürmte Kulissen mit mehreren Spielebenen deuten eine zerfledderte Bibliothek an. Auf Projektionsflächen flimmern seltsame Zeichen, halb abstrakte Formen, halb Hieroglyphen und kurze Filmsequenzen, die wundersame Verwandlungen mehr andeuten und weiter ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Regine Müller

Weitere Beiträge
Szenische Leerstellen, musikalisch erfüllt

Obwohl 1877 in Weimar und nicht in Frankreich uraufgeführt, ist «Samson und Dalila» hierzulande nie wirklich ein Repertoire-Stück geworden. An der Charlottenburger Oper wurde es 1929 unter Leo Blechs Leitung erstmals gespielt, im Haus an der Bismarckstraße dann erst wieder 60 Jahre später. In jüngster Zeit gab es in Köln, in Antwerpen und zuletzt in Nürnberg...

Common Sense

Dass England zwischen Purcell und Elgar das «Land ohne Musik» gewesen sein soll, ge-
hört zu den geistvollen Gemeinplätzen, die auch Generationen patriotischer Musikwissenschaftler, Künstler und die «Early English Opera Society» nicht aus der Welt räumen konnten. Die Bemühung um eine englischsprachige Oper begann 1656 mit Sir William Davenants «The Siege of Rhode»...

Gustav Mahler

Das Österreichische Theatermuseum widmete Gustav Mahler 2010 eine Ausstellung zum 150. Geburtstag (siehe OW 7/2010). Wer die Schau in Wien verpasst hat, kann nun eine wesentlich erweiterte Fassung unter dem Titel «Kom­ponist – Operndirektor – Dirigent. Gustav Mahler in Wien und München» im Deutschen Theater­museum München erleben (bis 18. September 2011, Dienstag...