Agenda 2025
Lediglich Berlin und Sachsen geben jährlich, gemessen am Gesamthaushalt, mehr Geld für Kultur aus als Thüringen. Und trotzdem reichen die knapp 300 Millionen Euro, die Land und Kommunen in diesem Bereich investierten (neuere Zahlen liegen nicht vor), vorne und hinten nicht. Weil das kulturelle Erbe dieser historisch von Kleinstaaterei und Residenzkultur geprägten Region gemessen an der Einwohnerzahl von 2,2 Millionen Menschen einfach überreich ist: 173 Schlösser und Burgen gibt es in Thüringen – sowie neun Mehrspartentheater und drei reine Konzertorchester.
Obwohl seit der Wende diverse Spar- und Fusionswellen die Kulturlandschaft überrollt haben, teilweise mit verheerenden Folgen, gibt es hier immer noch erstaunliche Angebote, selbst in winzigen Städtchen – die dabei stets auf Jahrhunderte alte Traditionen verweisen können. Das einzige Fünf-Sparten-Haus Thüringens befindet sich in Altenburg-Gera, Erfurt bietet in seinem 2012 eröffneten Haus nur Oper, Musiktheater und Schauspiel gibt es in Meiningen sowie in Weimar. Eisenach hat neben der Hofkapelle nur noch eine Ballett-Truppe, Sprechtheater wird in Rudolstadt-Saalfeld produziert, Tanz und Musiktheater in ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Interview, Seite 32
von Frederik Hanssen
Obwohl man sie auch als Pamina auf der Bühne erleben oder mit Gershwin-Songs hören kann, ist die niederländische Sopranistin Johannette Zomer vor allem in der Alte-Musik-Szene bekannt geworden. Sie war an Ton Koopmans Gesamtaufnahme der Bach-Kantaten beteiligt, auch mit Philippe Herreweghe hat sie verschiedentlich zusammengearbeitet.
Auf ihrer neuesten CD widmet...
Zu den Gender-Phänomenen im Opernbetrieb gehört der Umstand, dass man Regisseurinnen gern mit Werken betraut, in denen die Psychologie von Frauen eine zentrale Rolle spielt ‒ und sich davon einen «weiblichen Blick» auf die Stücke erhofft. «Lucia di Lammermoor» gehört zu diesen klassischen Opern über eine geschundene Frauenseele, ebenso Puccinis «Suor Angelica» oder...
Die English National Opera gibt reichlich Anlass zur Sorge. Doch eines muss man ihr lassen: Das Orchester ist in Bestform. Das ist vor allem Edward Gardner zu verdanken, der die Spielkultur des Klangkörpers im Verlauf seiner Amtszeit entscheidend verfeinerte. Mark Wigglesworth konnte in den Monaten seiner Stippvisite als Musikalischer Leiter auf diese Arbeit...
