Blütenreich und Nachtschatten
Es muss kein Nachteil sein, wenn auch das Auge sich an Sängern erfreuen kann. Karrieren freilich, bei denen die Optik der Akustik den Rang abläuft, haben sich häufig als prekär erwiesen – obwohl man mit Künstlerinnen wie Anna Netrebko oder Elina Garanca in dieser Hinsicht auch Glück hatte. Oder mit Kate Royal, deren Familienname wie die Erfindung eines Werbemanagers klingt, aber durchaus echt (und bürgerlich) ist.
Ihre Mutter war Model, und dieses Gen hat sich auch bei Kate ausgewirkt – man verglich die Britin schon mit Carla Bruni oder Catherine Zeta-Jones, und der «Stern» überschlug sich: «Schmale, langgliedrige Eleganz, eine lässig ebenmäßige Schönheit mit langen dunklen Locken, braune Raubtieraugen, Sex-Appeal, leicht unterkühlt, smart, wortgewandt...» Doch, Gott sei Dank, auch begabt mit einer attraktiven Stimme, einem lyrischen Sopran von fülligem Timbre und leuchtendem Klang. In ihrem feinen Album «A Lesson in Love» (EMI) kann sie diese lyrischen und klanglichen Möglichkeiten quer durch das Blütenreich abendländischen Liedschaffens schön entfalten – mit Kompositionen von u. a. Schubert, Schumann, Wolf, Liszt, Brahms und Strauss, Debussy, Ravel, Fauré und Duparc, Bridge, ...
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Opernwelt April 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 26
von Gerhard Persché
Tschaikowskys «Eugen Onegin» verlangt eine genaue Kenntnis der sozialen, psychologischen, gesellschaftlichen und politischen Lebensbedingungen der Menschen um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Russland. Verloren in den Weiten eines unendlichen Landes, Rückständigkeit bei der anderswo rasch sich entwickelnden Industrialisierung, Sehnsucht nach einer fernen Welt...
Mit «La página en blanco» markiert das Teatro Real in Madrid eine Premiere in mehrfacher Hinsicht: Pilar Jurado, Jahrgang 1968, hat für die von ihr komponierte Oper nicht nur das Libretto selbst geschrieben (das kam seit Albert Lortzings Pionierleistungen immer wieder vor), die Dirigentin und Musikpublizistin sang auch eine der Hauptrollen selbst. Das ist,...
Das Leichte ist oft das Schwerste. Der britische Komponist Mark-Anthony Turnage und sein Librettist Richard Thomas nahmen sich die Tragödie des Models Anna Nicole Smith vor – und legten ihr Auftragswerk für Covent Garden als «schwarze Komödie» an. Richard Jones lieferte knallbunte Showbilder dazu. Groteskes Revuetheater zwischen Sex und Sensationen. Christof Loys...
