Albtraumhaft verdichtet

Filidei: L’Inondation
Paris | Opéra Comique

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Durchs Haus heult der Wind, es klappert und knackt, fernes Maschinengrummeln ertönt, die Glocken rufen zur Andacht. Eine solche Klangkulisse kreiert der italienische Komponist Francesco Filidei für sein neues, an der Opéra Comique in Paris uraufgeführtes Musiktheater «L’Inondation». Das Libretto Joël Pommerats, der auch für die Regie verantwortlich zeichnet, basiert auf der Erzählung «Das Hochwasser» des russischen Dichters Jewgeni Samjatin, der Librettist für Schostakowitschs «Nase» war, bei Stalin in Ungnade fiel und nach Paris emigrierte, wo er 1937 starb.

Wie sein bekanntester Roman «Wir», so ist auch «Das Hochwasser» eine verschleierte Abrechnung mit den nicht erfüllten Versprechungen der sozialistischen Utopie.

Eine Frau, namenlos wie alle Protagonisten, verliebt sich sterblich in einen zur Untermiete wohnenden Fabrikarbeiter. Als der Vater des Nachbarkindes stirbt, nimmt das Paar die Kleine auf. Das pubertierende Gör wird langsam zum Eindringling, die Beziehung zum (wesentlich älteren) Mann lädt sich erotisch auf. Nachdem ein Hochwasser die Wohnung verwüstet hat und das Paar vorübergehend bei den Nachbarn im oberen Stock untergekommen ist, verschwindet das junge Mädchen. ...

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Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Bernd Künzig

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