Vorsicht, Rücksicht
Eine Schnellstreckenstunde nur liegen sie auseinander, die Bayerische Staatsoper und das zweitgrößte Haus des Landes, das Staatstheater Nürnberg. Dank Deutscher Bahn sind sie zusammengerückt – nun auch in Repertoirefragen. «Ring», «Zauberflöte», solche Dopplungen ergeben sich quasi von selbst. In dieser Saison pflegen beide Häuser zudem fast zeitgleich zwei Randgewächse. Fromental Halévys «La Juive» und «Les Indes galantes» von Jean Philippe Rameau stehen auf dem Spielplan, die Nürnberger liegen, zumindest zeitlich, vorn.
Zu «La Juive» haben die Franken außerdem eine besondere Beziehung. Halévys Vater stammt aus Fürth, aus jener Stadt, in der es seinerzeit kein Ghetto gab und wo die (wenn auch nicht immer friedliche) Koexistenz von Juden und Christen möglich und erfahrbar war – so, wie es auch der Sohn in seinem einzigen Erfolgsstück auf die Bühne brachte.
Der Nürnberger «Juive» ist anzumerken, wie sehr sie sich bemüht, nur ja nicht in die Guido-Knopp-Falle zu tappen mit ihrer fatalen Faszination am Historismus. Feldgrau, sorgsam ondulierte Frisuren und züchtige Dreißigerjahre-Kleider sind nur Assoziationen, kein plumpes Zitat. Regisseurin Gabriele Rech hat sich mit Bühnenbildner ...
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Opernwelt März 2016
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Markus Thiel
Impressum
57. Jahrgang, Nr 3
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752287
Redaktion Opernwelt
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
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Redaktion
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Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Sie schütteln lange Mähnen und tragen viel Make-up. Nieten, schwarzen Samt und Leder. Ihre Züge sind weich, die Augen blicken sympathisch. So sitzen Perttu Kivilaakso und Eicca Toppinen in einem Besprechungsraum der Finnischen Nationaloper in Helsinki. Man sollte eigentlich nicht so überrascht sein, dass die beiden sich an einer Oper versucht haben. Klar, sie sind...
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