Apropos... Seefestspiele
Frau Schellenberger, Sie galten als Überraschungssiegerin bei der Nachfolge für Mörbisch. In Österreich raunt man sich boshaft zu, Sie hätten ein Mitglied der Findungskommission besser gekannt als andere. Was ist da dran?
Unterstellungen dieser Art kamen nur aus einer einzigen Richtung, von jemandem, der es nicht geworden war. Ich wurde einstimmig von den Kommissionsmitgliedern an erste Stelle gereiht.
Sie stammen aus dem sächsischen Oschatz.
Schlägt Ihnen in Österreich ein «Piefke»-Verdacht entgegen?
Ich bin Süddeutsche, aus dem bayerischen Vogtland. Mir schlägt Sympathie entgegen! Ich werde mich nicht um einen Millimeter verbiegen. Ich bin ein Bühnentier, mir macht keiner mehr ein X für ein U vor. Ich habe mir die Entscheidung für Mörbisch nicht leicht gemacht und dafür im Grunde mein Leben geändert. Ich habe meine Berliner Professur aufgegeben. Nur mein Haus, meine Familie und meine Enkelkinder sind noch in Berlin.
Ist Mörbisch mit seinen 6000 Sitzplätzen für die Operette nicht eigentlich zu groß?
Es sind sogar 6200 Plätze. Das Areal wurde kontinuierlich erweitert. Es ist jetzt eben die größte Operettenbühne der Welt und verströmt schon dadurch eine einzigartige Atmosphäre. Es ...
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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Kai Luehrs-Kaiser
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