Herbe, mürbe, dunkle Töne
Der Test: Spukt die Musik des anderen, Berühmteren weiterhin durch den Kopf? Sie tut es nicht. Schon nach wenigen Takten, auch wenn Narraboth (hier «le jeune Syrien») auf Französisch die schöne Prinzessin besingt, behauptet sich die Partitur von Antoine Mariotte als Eigenwert. Weil sie eben so anders ist: kein verführerisches Parfüm à la Richard Strauss, kein Rauschmittel, kein brillant gemachtes Oszillieren. Mariottes 1908 uraufgeführte «Salomé» auf Oscar Wildes Text liefert herbe, mürbe, dunkle Töne. Ein Klangtheater der Braun- und Grauwerte.
Dicht, von einer eigentümlichen Melancholie beschattet, auch zum Diffusen neigend. Bei Letzterem ist Gegensteuern nötig. Etwas, was den Beteiligten nicht immer geglückt ist.
Trotzdem: Es ist eine kleine Großtat der Bayerischen Theaterakademie. Noch eine «Così», noch ein gefälliger Händel, so etwas meidet man hier ohnehin. Der scheidende Präsident Klaus Zehelein pflegt ein Stücke-Biotop, das sich vom Immergleichen der großen Häuser unterscheidet. Ob seine Jung-Sänger nun ausgerechnet auf Partien losgelassen werden müssen, die sie mutmaßlich nie wieder brauchen werden, das ist ein anderes Thema. Aber, und dies beweist auch diese Produktion: ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Markus Thiel
«... wird aus der Hölle heißem Brand Erlösung nimmer dir erblühn». Immer wieder stammelt er die Worte, windet sich, als wolle er sie abschütteln, spuckt sie aus, keucht, zuckt. Ein Trauma. Ein Vorspann. Noch bevor die Ouvertüre einsetzt, sehen wir Tannhäuser einsam im Lichtkegel. Rom liegt hinter ihm, den Bannfluch des Papstes aber wird er nicht mehr los. Was...
arte
2./8.4. – 5.05 Uhr
Musik – Eine Reise fürs Leben.
Dokumentation von Paul Smaczny über den Dirigenten Riccardo Chailly.
3.4. – 5.05 Uhr
9.4. – 5.15 Uhr
Beethoven: Tripelkonzert.
Orchestre national du Capitole de Toulouse, Tugan Sokhiev.
4.4. – 5.05 Uhr
10.4. – 5.20 Uhr
Beethoven: 7. Symphonie.
Amsterdam 2010. Royal Concertgebouw Orchestra, Mariss Jansons.
6.4. – 18.25...
Karlsruhe hat sich bei den 37. Händelfestspielen mit einer Inszenierung des selten aufgeführten «Riccardo Primo» durch den französischen Regisseur Benjamin Lazar erneut der barocken Theaterästhetik verschrieben. Aber anders als vor fünf Jahren bei der spektakulären Aufführung des «Radamisto» durch Sigrid T’Hooft (siehe OW 4/2009) reichte es diesmal nur zu einem...
