Was heißt Stütze?

Grundbegriffe des Gesangs, Teil 3

Opernwelt - Logo

Über «Stütze» wird unter Sängern und Gesangspädagogen rege diskutiert, obwohl der Begriff alles andere als klar definiert ist, was sich schon darin zeigt, dass verschiedene Sprachen für denselben Vorgang unterschiedliche Begriffe verwenden (z.B. appoggio im Italienischen, soutien im Französischen und support im Englischen), Begriffe, die jeweils unterschiedliche Aspekte der sängerischen Atemkontrolle akzentuieren.

Wenige Themen werden in der Sängerwelt zudem so emotional erörtert – zum Teil treffen fundamental entgegengesetzte Ansichten unversöhnlich aufeinander, wie in der Vergangenheit der Konflikt zwischen George Armin («Stauprinzip») und Paul Bruns («Minimalluft») beispielhaft illustriert. (1)

Schon in der Antike berichten mehrere Autoren von Schauspielern und Sängern, die sich auf den Boden gelegt und ihren Brustkorb mit Bleiplatten beschwert hätten, um die an der Atmung wesentlich beteiligten Muskeln zu trainieren. (2) Seit dem Mittelalter aber ist die sängerische Kontrolle des Atems über Jahrhunderte hinweg nur selten als Thema eigenen Rechts behandelt worden. Einer der Ersten, die sich ausführlicher mit dem «Athem» theoretisch auseinandergesetzt haben, war Johann Friedrich ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2010
Rubrik: Serie – Grundbegriffe Gesang, Seite 36
von Bernhard Richter, Thomas Seedorf

Vergriffen
Weitere Beiträge
Erinnerung: Prinzipientreu und wandlungsfähig

Zum letzten Mal getroffen habe ich Joachim Herz am 2. Oktober dieses Jahres: Anlässlich eines Symposions über Kurt Weill in Dresden hielt er einen Vortrag über seine interpretatorischen Prinzipien und szenischen Lösungsstrategien, speziell im Hinblick auf Brecht-Weills «Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny». Die Inszenierung 1977 war sicher eine seiner besten...

Gottlob-Frick-Gesellschaft

Zu einem Gipfeltreffen der Bassisten kam es beim diesjährigen Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft in Ölbronn-Dürrn, zu der sich wieder zahlreiche Sängerpersönlichkeiten eingefunden hatten. Auf unserem Foto stellen sich zum Gruppenbild (ohne Dame) die Kammersänger Ekkehard Wlaschiha, Hans Sotin, Kurt Moll, Günter Wewel, Cornelius Hauptmann, Franz Crass...

Liebe und (Unter)Leibeigenschaft

Bei der Uraufführung klang es nach Vorwurf. «Katja Kabanova» sei eine «realistische» Oper, hieß es damals. Sie sei darin gnadenlos und letztlich kunstfremd. Später wurde daraus ein Lob: Janácek, der genaue Beobachter, untrüglich der Wahrheit auf der Spur. Noch später war die Sache mit dem Realismus ein Klischee, das sich durch die Aufführungen zog und nur selten...