Reisebilder aus dem Inneren
Der Berliner Komponist Christian Jost beschreibt seine Musik – nicht nur seine Bühnenmusik – gern als «Reise». Die Metapher ist mittlerweile reichlich abgegriffen. Jede zweite Performance wird heute als «Expedition» zu irgendetwas ausgegeben. Bei Jost hat der Begriff jedoch nichts Modisches. Sein Werk ist eine über nahezu zwei Jahrzehnte hin erstaunlich konsequente Recherche, die mit jedem neuen Werk ein Stück weiter voranschreitet.
Die Zielstrebigkeit, mit der er sich in jeder neuen Komposition auch formal neues Terrain erschließt, dabei aber immer um dieselben Fragen kreist, enthebt seinen «Reise»-Begriff des Verdachts zeitgeistiger Oberflächlichkeit. Die Faszination, sich ins Unbekannte zu wagen, dort etwas zu entdecken und das Entdeckte in eine rationalisierbare, mitteilbare Form zu bringen, dürfte eine zentrale Triebkraft seines Komponierens sein.
Josts Sonde sind naturgemäß Töne. Er ist ja Komponist. Die Erfahrungen, die seine Musik vermittelt, lassen sich nie restlos verbalisieren. Gleichzeitig sind es Erfahrungen, die ganz konkret an den Menschen gebunden sind und sich verallgemeinern lassen. Josts Musik möchte nicht nur Erfahrungen vermitteln, sondern auch zur Erkenntnis ...
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Der Geduldige
(von Anja Silja)
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Rätselhafte Annäherungen. «Es gibt keine richtigen Opern mehr.» Das sagt kess Aminta (Mezzosopran, zunächst mit einem Psychoanalytiker liiert) zu ihrem neuen Freund, dem Dichter Carlo Murbrunner (Tenor: was sonst?), in der zehnten Szene des zweiten Aktes der Oper «Das kommt davon oder: Wenn Sardakai auf Reisen geht». Auch der vorangegangene Satz von Carlo hat es in...
Die Botschaft klingt tröstlich: Die Probleme «seien insgesamt nicht so groß, als dass man sie nicht lösen könnte». Mit dieser Aussage reagierte Kölns frisch gewählter Oberbürgermeister Jürgen Roters auf die Frage der Boulevardpresse, wie es denn mit der Kultur und deren Etat künftig weitergehe. Eine Aussage, die in ihrer diplomatischen Konkretheit Mut machen...
