Blutrünstiger Amazonenkrieg
In seiner vorletzten, 1897 in Prag uraufgeführten Oper «Sárka» greift Zdenek Fibich (1850-1900) zu einem Stoff aus der tschechischen Legende, den schon Smetana in seinem sinfonischen Zyklus «Mein Vaterland» gestaltet hatte. Nach dem Tod der sagenhaften Reichsgründerin Libussa übernehmen die Männer unter Führung von Premyslaus die Macht. Als sich die um Vlasta und Sárka gescharten Frauen wehren, kommt es zum Krieg. Um den Hauptfeind Ctirad zu besiegen, greift Sárka zu einer List.
Sie lässt sich unbewaffnet an eine Eiche binden und täuscht dem Hinzukommenden vor, von Vlasta verstoßen zu sein. Aus Hass aber entsteht Liebe. Sárka und Ctirad geraten in den Rausch einer erotischen Passion, der zu Sárkas Verrat an den Amazonen und schließlich zu deren Untergang führt. Am Ende gibt sich die von Schuldgefühlen zwischen leidenschaftlicher Liebe und Pflicht zerrissene Sárka, der im Wahn die blutverschmierten Frauen als gespenstische Prozession erscheinen, selbst den Tod. Höhepunkt der vor allem von «Walküre», «Tristan und Isolde» und «Parsifal» beeinflussten tragischen Oper des tschechischen Kosmopoliten ist das große Liebesduett im zweiten Akt, in dessen befreiender Ekstase man einen Reflex ...
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Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Panorama, Seite 33
von Uwe Schweikert
Abschied
Er selbst bezeichnete sich einmal als «Kritiker, Dramaturg, Intendant und Bücherschreiber über Musik und Kunst». 1931 in Budapest in eine jüdische Familie hineingeboren, überlebte Ivan Nagel den Naziterror in einem Budapester Versteck, bevor er 1948 nach Zürich floh. Nach dem Studium in Paris, Heidelberg und Frankfurt am Main, wo er u. a. Philosophie bei...
Herr Nelsons, warum dirigieren Sie am liebsten Repertoirevorstellungen?
Ich bin auch für neue Produktionen zu haben, aber sie sind oft zu zeitraubend. Außerdem kommt die Musik dabei vielfach nur an zweiter Stelle. Das sage ich, obwohl ich in Bayreuth sehr gute Erfahrungen mit Hans Neuenfels gemacht habe. Ein cleverer Mann, der Provokationen nicht aus Unkenntnis,...
«Hamlet» von Ambroise Thomas wird im deutschsprachigen Raum nur selten gespielt. Wenn doch, dann um einer Koloratursopranistin den roten Teppich auszurollen. Die Neuproduktion im Theater an der Wien verspricht mehr. Mit Marc Minkowski und Olivier Py ist ein Erfolgsteam am Werk. Christine Schäfer gibt ihr Rollendebüt als Ophelia
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