Astralnebel
Über die Station South Kensington auf der Piccadilly Line, ein paar Halts von Covent Garden entfernt, erreicht man das Victoria&Albert-Museum. Ein Besuch der dort gegenwärtig präsentierten Ausstellung «Modernism – Designing a New World» lohnt sich. Auch im Zusammenhang mit der neuen «Götterdämmerung» an Covent Garden – nicht nur, weil man in Siegfrieds Rheinfahrt als architektonischer Computeranimation wie auch postmodernen Behausung der Geschwister Gibich noch Spuren des ursprünglich als Bühnenbildner vorgesehenen Architekten Daniel Libeskind zu erkennen vermeint.
Denn die Ausstellung dokumentiert die Bemühungen von Künstlern, Gesellschaften zu verwandeln, menschliche Lebensbedingungen zu verbessern. Wobei immerhin ein Teil der Visionen, wenn auch kommerziell und politisch oft vergewaltigt, sich ins Heute hinüber zu retten vermochte. Und die Utopien, die Wagner mit dem «Ring» avisierte? Von der in Musik gesetzten Hoffnung des Komponisten auf eine liebevollere Welt ist ja nichts geblieben.
Schon er selbst ließ – nach Versuchen eines Feuerbach’schen sowie eines Schopenhauer’schen Schlusses – das Ende merkwürdig offen: Wallhall und die Götter verbrennen, beobachtet von «Männern und ...
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Wer ist der Gral? Ein Stein, eine Schale, ein Kelch? Oder gar eine Frau, wie Peter Konwitschny 1995 in München meinte, mit Kundry als Madonna und Tauben im Rosenhag? Dies wird auch von «Sakrileg», dem derzeit vielleicht meistgelesenen Buch, kolportiert. Und schon 1190 legte der erste «Perceval»-Dichter Chrétien de Troyes diese Idee nahe, indem er einem Knaben den...
Gut fünfzig Jahre liegen zwischen diesen beiden «Zauberflöten»: Auf der einen Seite Joseph Keilberth, dessen im Dezember 1954 entstandene Aufnahme in eine Zeit fällt, als es vor Neueinspielungen dieser Oper nur so wimmelte. So wundert nicht, dass auch für seine WDR-Produktion zum Teil jene Sänger zur Verfügung standen, die bereits zuvor unter anderem auf den...
Das Cottbuser Staatstheater hat sich unlängst einen Deus ex machina zugelegt – er hört auf den Namen Tamino. Gleich nach der Ouvertüre fällt er, ein Bruchpilot mit ledernem Fliegerkäppi, vom glühbirnenflammenden Bühnenhimmel, um eine in ramponierten Beziehungskisten erstarrte Kommune aufzumischen, die man eher bei Beckett oder in der Rocky Horror Picture Show als...
