Einzigartige Werkstatt
Die Opera North ist inzwischen die einzige britische Kompanie außerhalb Londons, die es richtig macht: Sie hat zwar kein eigenes Ensemble, besetzt die Rollen jedoch aus einem Pool von Künstlern, die dem Publikum bekannt sind. Außerdem hat sie ein breit gefächertes Repertoire inklusive neuer Werke auf dem Spielplan und verpflichtet größtenteils anerkannte Opernregisseure.
Während die Scottish Opera ihrem Orchester Teilzeitverträge aufdrückt, erwartet Richard Mantle, der die Opera North seit mittlerweile 17 Jahren leitet, von der allgemeinen Kürzungswut, die gegenwärtig auf der Insel herrscht, verschont zu bleiben. Stattdessen spielt er sogar mit dem Gedanken, gemeinsam mit dem West Yorkshire Playhouse und dem Northern Ballet eine Werkstatt nach deutschem Vorbild ins Leben zu rufen. Dabei ist die Stadt Leeds, wo die Opera North unter dem Dach des Grand Theatre beheimatet ist, insofern in ganz Großbritannien einzigartig, als sie – analog zum deutschen Dreisparten-Modell – drei künstlerische Kompanien beherbergt.
Durchaus typisch für das selbstbewusste Haus ist somit auch die britische Premiere von Mieczyslaw Weinbergs auf einer Vorlage von Gogol basierender Oper «The Portrait» ...
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Opernwelt April 2011
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Tom Sutcliffe
Das Schicksal des «Deutschen Miserere» von Bertolt Brecht und Paul Dessau ist denkwürdig. Umso mehr, da es erst jetzt, sieben Jahrzehnte nach seiner Entstehung, auf einer Opernbühne erscheint. Das packende Stück war als Oratorium gedacht, entstand während des Zweiten Weltkriegs im US-amerikanischen Exil, wurde aber erst 1966 in der DDR konzertant aufgeführt, 1989...
Zwei unterschiedlich große, weiße Kreise werden auf die dunkle Bühnenwand projiziert, ein schwarzer Monolith bricht auf und offenbart im Inneren einen Diamanten. Robert Wilson schafft Bilder von rätselhafter Schönheit. Er verführt mit seinem fremden Blick. Er dehnt die Zeit und öffnet den Raum. Es verwundert, dass nach dieser grandiosen «Norma»-Premiere lautstarke...
Normalerweise stehen Nachrufe im Magazin-Teil der «Opernwelt». Wenn sie auf Seite 1 auftauchen, hat das Gründe. So wie jetzt, wo wir an Claus Helmut Drese und Wolfram Schwinger erinnern: zwei Opernchefs von Format, die wenige Tage hintereinander im Februar 2011 gestorben sind; zwei Integrationsfiguren, die ihren Häusern neues Profil gaben, ohne sich dabei in den...
