Das ureigene Potenzial
Herr Brownlee, im vergangenen Jahr haben Sie sich in Seattle den Don Ottavio vorgenommen, gerade in der Münchner «Così fan tutte» den Ferrando – ein Rossini-Tenor auf dem Weg zu neuen Ufern?
Das kann man nicht ganz so sagen. Ich kehre zurück zu Mozart. Den Ferrando habe ich schon während meines Studiums gesungen. Okay, das ist 20 Jahre her ... Meine ersten beiden Rollen waren tatsächlich Tamino und Ferrando, dann folgte Bastien. Irgendwann bekam ich die Möglichkeit, Rossini zu singen. Das funktionierte – und ab sofort war er «mein» Komponist.
Mussten Sie Ihre Stimme für die Rückkehr zu Mozart irgendwie verändern, sie in eine Richtung pushen?
Nein, es sind einfach verschiedene Herangehensweisen. Rossini hat diese blühenden Linien, die Verzierungen. Es ist eine Art Sport. Wir Sänger sind da als Feuerwerker unterwegs. Koloraturen bei Mozart bedeuten dagegen etwas ganz anderes, sind weniger Selbstzweck. Hohe Cs finden sich bei ihm nicht, für Ferrando braucht man ein hohes B, ansonsten liegt die Tessitura der Mozart-Tenöre tiefer als bei Rossini. Das Kniffligste bei Mozart: Er lässt einem keine Möglichkeit auszubrechen, die Fokussierung auf die vorgeschriebene Linie ist viel stärker.
Ist ...
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Opernwelt Mai 2015
Rubrik: Interview, Seite 30
von Markus Thiel
Allzu oft geschieht es nicht, dass eine der 15 Opern von Nikolai Rimsky-Korsakow auf einem deutschen (überhaupt einem nichtrussischen) Spielplan erscheint. Deswegen war man elektrisiert, in Saarbrücken den «Goldenen Hahn» annonciert zu sehen, das späteste Bühnenwerk des Komponisten (1907). Inspiriert von der blutig niedergeschlagenen Volkserhebung 1905, ist es...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
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– Jenufa: 3., 8., 17.
– Der Freischütz: 6., 15., 31.
– Bellini, Norma (konzertant): 22. (P), 30.
ML: Thorau, C:...
Nichts gegen Kontinuität! Als Cathérine Miville vor 13 Jahren von dem nach Erfurt wechselnden Guy Montavon die Gießener Intendantenstaffel übernahm, wurde das kleine Haus in Mittelhessen kaum einmal überregional wahrgenommen. Das hat sich allmählich, aber auffällig und in der Summe heftig geändert. Nun gibt es, vor allem in der Oper, eine Fülle von Produktionen,...
