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Alexej Parin befragt und beschreibt Jelena Obraszowa

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Die Mezzosopranistin Jelena Obraszowa, die im Januar 2015 in einem Leipziger Krankenhaus verstarb, war nicht nur eine der großen Primadonnen ihrer Zeit, sondern auch ein russisches Nationalheiligtum. Mehr als ein halbes Jahrhundert stand sie auf der Bühne, zuletzt in Charakterpartien wie der «Pique Dame»-Gräfin und der Babulenka in Prokofjews «Der Spieler».

Alexej Parin, Musikkritiker (u. a.

für «Opernwelt»), Dramaturg, Librettist, Übersetzer und Dichter, hat den Weg der Diva seit ihren Anfängen als kritischer Bewunderer verfolgt und sie immer wieder auf ihrer Datscha zu langen Gesprächen getroffen. Parin und Obraszowa reden da wie gute alte Bekannte miteinander: Sie fachsimpeln, tratschen, schwelgen in Erinnerungen, kommen gelegentlich vom Hundertsten ins Tausendste. Dass jemand diesen Dialog eines Tages lesend nachvollziehen könnte, scheint beide zunächst nicht zu kümmern.

Die große Nähe, gar Vertrautheit  ist zugleich Stärke wie Schwäche des Buchs. Die Stärke liegt in der vorbehaltlosen Offenheit der Sängerin, die am Ende selbst etwas erschrocken war, was sie da alles preisgegeben hatte – und darum bat, den vollen Wortlaut erst nach ihrem Tode zu veröffentlichen (eine ...

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Opernwelt Januar 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 29
von Ekkehard Pluta

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