Das Gewicht der Welt
Nun, da die Welt vermessen ist – und sei es nur durch die Literatur in Gestalt von Daniel Kehlmanns virtuosem Roman über Gauß und Humboldt – nun kann man daran gehen, das Unendliche zu vermessen. So jedenfalls muss das der Komponist Ingomar Grünauer im Sinn gehabt haben, als er anhub, eine Oper über den Mathematiker Georg Cantor zu verfassen. Wer, bitte schön, mögen viele fragen, war das? Ein Wissenschaftler, wie gesagt, einer breiten Öffentlichkeit wohl ebenso wenig bekannt wie das Genie Gauß.
Geboren wurde Cantor 1845 in Sankt Petersburg als Sohn eines Kaufmanns, dem er nach der Matura schreibt, sein ganzes Ich lebe in seinem Berufe: «Was der Mensch will und kann, das führt er durch.» Und so geschieht es. Nach Studien bei den zu ihrer Zeit bedeutenden Mathematikern Karl Weierstraß, Ernst Eduard Kummer und Leopold Kronecker promoviert Cantor an der Universität Berlin. Kaum hat er dies getan, siedelt er nach Halle über und beschäftigt sich dort, im universitären Amte des Extraordinarius für Mathematik, mit unendlichen Zahlenmengen, mit der Nichtabzählbarkeit des Kontinuums, mit endlichen linearen Punktmannigfaltigkeiten und schließlich mit der «transfiniten Mengenlehre». 1918 ...
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Was wird in diesem minutiös nachgebauten, von Sonnenlicht durchfluteten Wiener Kaffeehaus des 19. Jahrhunderts mit seinen vom Zigarrenrauch der Jahrzehnte angegilbten Putz wohl gespielt? Lessings «Minna», die in einem Wirtshaus beginnt? Eine Nestroy-Komödie? Schnitzler? Oder doch eine Mozart-Oper? Mit kleiner, separater Bühne ist dieser Ort ausgestattet, einer...
Es ist ein Kreuz mit schlechten Libretti. Sie können ganze Opern, aller musikalischen Qualitäten ungeachtet, in die Vergessenheit stoßen, und können umgekehrt – ihrer mäßigen, um nicht zu sagen schlechten literarischen und stofflichen Verarbeitung zum Trotz – manchen Meisterwerken einfach nichts anhaben. Das Textbuch zu Verdis «Trovatore» ist gewiss der letzteren...
Am 2. Dezember stand Theo Adam zum letzten Mal auf der Bühne der Semperoper: in der Partie des Eremiten («Der Freischütz»), die er bereits 1949 während seiner ersten Spielzeit in Dresden gesungen hatte. Seiner sächsischen Heimat ist der Bass-Bariton auch in politisch schwierigen Zeiten treu geblieben. Aufgewachsen in der Tradition des Kreuzchores wurde Theo Adam...
