Editorial
Auf der Homepage war die Welt bei Redaktionsschluss noch in Ordnung. Alles läuft wie geplant, bedeutete der Netzauftritt des Teatro dell’Opera di Roma. Neun Opernpremieren, vier werden als Neuproduktionen annonciert. Außerdem soll sich der Vorhang für fünf Ballettabende öffnen. Auch Riccardo Muti ist noch als «Ehrendirigent auf Lebenszeit» im Amt. Nur auf den Besetzungslisten für «Aida» und «Figaro», die er eigentlich dirigieren sollte, fehlt sein Name.
In Wirklichkeit geht es in dem einst renommierten Haus seit geraumer Zeit drunter und drüber.
Zwölf Millionen Euro Schulden, Streiks, interne Dauerquerelen, Missmanagement, wechselnde Intendanten – das wurde selbst dem gebürtigen Neapolitaner Muti zu viel: Mitte September schmiss er entnervt hin. Und es ist unwahrscheinlich, dass sich der 73-Jährige noch einmal umstimmen lässt. Mit Mutis Rücktritt hat die römische Oper nicht nur einen Musikchef verloren, der die Qualität des Orchesters hörbar verbessert hatte, sondern auch ihr wichtigstes Zugpferd im Poker um die seit Jahren kontinuierlich beschnittenen öffentlichen Ressourcen. Wenig später gaben Roms Bürgermeister Ignazio Marino, zugleich Vorsitzender der Opernstiftung, und der ...
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Opernwelt November 2014
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Wiebke Roloff & Albrecht Thiemann
Jubilare
Herbert von Karajan hat sie einmal als «die bedeutendste dramatische Mezzosopranistin dieser Zeit» bezeichnet: Agnes Baltsa. Auf der griechischen Insel Lefkas geboren, studierte sie in Athen und München. Ihr erstes Engagement führte Baltsa 1968 als Cherubino an die damals von Christoph von Dohnányi geleitete Frankfurter Oper. An der Wiener Staatsoper gab...
Ein kühler Herbstbeginn in Österreichs Metropole. Passend dazu Tschaikowskys «Charodeyka» («Die Zauberin») im Theater an der Wien. Schon das Vorspiel dieses Werks tauscht die scharfkantige Helle des Sommers ein gegen ein trüberes Licht, das bereits die Kürze der Wintertage in sich trägt. Und deren Schwermut. Der Lebensfreude, die der Chor zu Beginn des ersten Akts...
Die elsässische Opéra national du Rhin bemüht sich regelmäßig um Ur- und Erstaufführungen – und eröffnete die neue Spielzeit mit Régis Campo (Jahrgang 1968) und seiner Novität «Quai ouest». Als Koproduzent ist das Staatstheater Nürnberg mit im Boot. Dort ist Campo in dieser Spielzeit auch composer in residence. Der Nürnberger GMD Marcus Bosch steuerte bei der...
