Wie ein glatter goldner Ring
Im altgriechischen Theater war die Verschmelzung von gesprochenem Wort und (improvisierter) Musik selbstverständlich. Drama und Melos, Text und Klang, Sprechen und Singen agierten gleichsam auf Augenhöhe. Erst unter dem Einfluss der durchkomponierten Oper begannen sich die Gewichte zu verschieben: «Prima la musica, poi le parole» – der Titel des Einakters von Antonio Salieri deutet bereits Ende des 18. Jahrhunderts auf einen Paradigmenwechsel.
Andererseits: Von Mozarts «Entführung», Beethovens «Fidelio» und Webers «Freischütz» bis Schönbergs «Moses und Aron» oder Orffs «Antigonae» finden sich etliche Bühnenwerke, die singende Schauspieler und sprechende Sänger fordern. Überlegungen zu einer schwierigen Beziehung
Die durch Gespräch zerrissene Oper ist überhaupt wohl ein Unding, das wir nur aus Gewohnheit dulden.» Dieses vor 200 Jahren von dem Dichtermusiker E.T.A. Hoffmann ausgesprochene Verdikt mag so manchem Intendanten und Regisseur zupasskommen, wenn er sich im Theateralltag mit den ästhetischen Fallstricken, aber auch mit den aktuellen Besetzungsproblemen der deutschen Spieloper, der französischen opéra-comique oder der Operette auseinandersetzen muss. Der Verlust der Praxis ...
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Opernwelt Jahrbuch 2018
Rubrik: Sprechen und Singen, Seite 62
von Uwe Schweikert
Wer hätte das gedacht? Dass einer, um den es zeitweilig schon etwas still geworden war, der mit dem Theaterbetrieb, mit der Theaterkunst haderte, wieder zu den stärksten, markantesten Stimmen im Konzert der zeitgenössischen Opernregie zählen würde? Im Januar ist Peter Konwitschny 73 Jahre alt geworden, doch von Erschöpfung ist nichts zu spüren. Im Gegenteil – mit...
Toshio Hosokawas Musik lebt aus dem Spannungsverhältnis von japanischer Tradition und westlicher Avantgarde. Drei seiner Opern – «Hanjo» (2004), «Matsukaze» (2011) und zuletzt «Stilles Meer» (2016) – beruhen auf Stoffen des japanischen Nō-Theaters. Für sein jüngstes Musiktheaterwerk «Erdbeben. Träume» hat Hosokawa sich, wie bei seinem Erstling «Vision of Lear»...
Der menschliche Körper ist nicht grenzenlos belastbar. Eine Binsenweisheit. Wer es übertreibt oder dauerhaft gesundheitsschädlichen Einflüssenausgesetzt ist, handelt sich nichtselten chronische Beschwerden ein. Zu den von der gesetzlichen Unfallversicherung anerkannten Berufskrankheiten gehören durch Lärm verursachte Hörschäden. Ein Syndrom, das unter...
