In Zukunft wird alles anders

In New York stehen die beiden Opernhäuser am selben Platz

Opernwelt - Logo

Die Alarmzeichen stehen auf Rot. New York steckt in einer ernsten Opernkrise, und das nicht erst seit gestern. Die Metropolitan Opera, mit 3995 Plätzen eines der größten Häuser der Welt, setzt zu wenige Karten ab, viel zu wenige. Bis vor etwa fünf Jahren konnte man davon ausgehen, dass das Haus jeden Abend ausverkauft war, dafür sorgten allein schon der Mythos Met, die immer noch halbwegs glanzvolle Reputation, jene bein­harten New Yorker Opernfans, die seit 1950 keine Aufführung verpassten, und die Touristen. Die einzigen Stü­cke, die nicht liefen, waren «Wozzeck» und «Lulu».


Seit dem 11. September 2001 hat sich das gründlich geändert. Jetzt dämmern fast jeden Abend leere Reihen im riesigen Raum. Egal, ob «Falstaff» mit Bryn Terfel, «Così» mit Magda­lena Kozená oder «Ariadne auf Naxos» mit Violeta Urmana und Susan Graham: Überall tun sich publikumsfreie Flächen im Parkett auf, und auch die Ränge sind oft eher spärlich besetzt. Sicher, wenn die Met nur halbvoll ist, sitzen da immer noch ­genug Menschen, um jedes europäische Opernhaus bis auf den letzten Platz zu füllen. Trotzdem ist die Lage bedenklich. Selbst Plácido Domingo garantiert inzwischen kein «Ausverkauft» mehr. Nur Renée ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2006
Rubrik: Thema, Seite 42
von Jochen Breiholz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Zandonai: Francesca da Rimini

Die ehemals Fürstbischöfliche Oper in Passau ist mit dreihundertdreißig Plätzen wohl eines der kleins­ten öffentlichen Theater der Welt. Und doch bietet das von Stefan Tilch geleitete Haus ein von Händel über Verdi bis zu Strauss und Britten reichendes Programm, das es mit den «Großen» aufnehmen kann. Und jetzt Riccardo Zandonais «Fran­ces­­ca da Rimini»,...

Von Kälte zu Frost

Mit der «Proserpina» des erst in den 1990er-Jahren wiederentdeckten deutsch-schwedischen Komponisten und Mozart-Zeitgenossen Joseph Martin Kraus sowie der Uraufführung von Salvatore Sciarrinos jüngster Oper «Kälte» («Da gelo a gelo») hat sich Schwetzingen einmal mehr zu seiner Vorliebe für das Ausgefallene und Aparte bekannt. Beide Male wurde der Mut zum Risiko...

Napoleonische Propaganda

Ein Hörnerchor bereitet den Boden. Dann winden sich Solo-Celli traurig um einander. Aber nicht Agathe hebt, wie nach diesem Vorspiel zu erwarten, «leise, leise» ihren Nachtgesang an, vielmehr trauert die Mauren-Prinzessin Noraïme mit ebenso «frommer Weise» um Almanzor, der gleich aus nächtlicher Schlucht hochkraxeln wird. Dass Carl Maria von Weber Cherubini-Fan...