Aus dem Geist Offenbachs
Ralph Benatzky gehört zu den Ein-Werk-Komponisten. Wer kennt außer dem «Weißen Rössl» weitere seiner rund 70 Komödien, Operetten und Revuen? Zwei Titel – Musikalische Lustspiele, also nicht «Operetten», sondern Komödien mit eingelegten Chansons und Ensembles für Schauspieler – macht das Label Walhall erstmals aus Rundfunkarchiven zugänglich. Dabei handelt es sich um historische Funkbearbeitungen, die sich in ihrer Hörspielästhetik weit von den originalen Bühnenversionen entfernen.
«Der König mit dem Regenschirm» (1935) ist die große Überraschung: nicht Wagner-Operette à la Lehár, nicht aufgedonnerte Revue à la «Rössl», sondern Fortsetzung der Offenbachiade im 20. Jahrhundert. Was einem beim Hören des technisch gut aufbereiteten, frischen, allerdings stark vor- und nachhallenden Tondokuments von 1948 als Erstes auffällt: Viele der Couplets könnten in Tonfall, Melodik und Rhythmik deutscher Offenbach sein. Es gibt sogar direkte Anleihen bei «Orpheus», «Gerolstein», «Pariser Leben», «Madame l’Archiduc», «Banditen». Sogar Offenbachs spöttische Methode einer charmant verpackten Zeitkritik setzt Benatzky fort.
Die Komödie spielt zwar im Frankreich des Bürgerkönigs Louis Philippe ...
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Christian Pades Neuinszenierung an der Staatsoper ist die vierte Berlin-Potsdamer «Fledermaus» in drei Jahren. Eine Liebesheirat scheint es nicht gewesen zu sein. Eher eine Geschäftsbeziehung. Bühne und Orchester leben aneinander vorbei, ohne Notiz von
einander zu nehmen. Pade inszeniert Michel Houellebecq, Zubin Mehta dirigiert Hans Moser.
Regie-Idee war die seit...
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