Guter Griff
Stück für Stück haben die Produktionen des englischen Liebhaber-Labels Opera Rara unser Bild von der italienischen Opernszene insbesondere zwischen 1840 und 1850 erweitert. Vor allem die Aufnahmen von Opern Pacinis und Mercadantes führten immer wieder vor, dass der Kampf um den ersten Platz in der Publikumsgunst damals keineswegs entschieden war. Stattdessen herrschte in diesem Jahrzehnt ein offenbar ungemein produktives Wettbewerbsklima: Eine ganze Reihe hochwertiger Komponisten werkelte an der dramatischen Vereinheitlichung der Kunstform Oper.
Zu Beginn der 1840er Jahre sah es ganz so aus, als würde sich auch der 1812 geborene Federico Ricci in diesem Kreis etablieren können: Mit seinem siebten Bühnenwerk «Corrado d’Altamura» gelang ihm ein Erfolg, der ihn auf Augenhöhe mit Mercadante und Verdi brachte. Schon die Tatsache, dass das Stück sich fast dreißig Jahre im Repertoire halten konnte, belegt, wie gut Ricci mit seiner schaurigen, an den «Trovatore» oder auch etliche düstere Mittelalter-Dramen Donizettis erinnernden Ritteroper den Geschmack seiner Zeitgenossen traf. Vermutlich würde auch ein Großteil des heutigen Publikums es gar nicht merken, wenn ihm der «Corrado» als ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das anfängliche Bauchgrummeln, die Angst vor der neuen Spielplan-Linie räumt Intendant Ulrich Peters gern ein. Doch der Erfolg gibt ihm im Nachhinein Recht: Der frühe Verdi, das haben «I masnadieri» vor einem Jahr gezeigt, funktioniert am Gärtnerplatztheater bestens. So gut, dass man für die Münchner Erstaufführung von «Giovanna d’Arco« noch einmal zu denselben...
«Die tote Stadt» ist derzeit geradezu ein Modestück auf den Spielplänen unserer Opernhäuser. Man muss nicht lange rätseln, warum. Dem perhorreszierenden Innenglanz dieser Musik kann sich niemand entziehen, und Futter für die Stimmen bietet Korngold mehr als genug. 1920 wurde das Werk des Junggenies in Hamburg und Köln gleichzeitig uraufgeführt und trat sofort einen...
Über den Ansatz, der ihn bei seinem «Wozzeck» leitete, gab Alban Berg in einem 1928 erschienenen Aufsatz präzise Auskunft: «Die Musik so zu gestalten, (…) dass sie alles, was dieses Drama zur Umsetzung in die Wirklichkeit der Bretter bedarf, aus sich allein herausholt, damit schon vom Komponisten alle wesentlichen Aufgaben eines Regisseurs fordernd.» Damit ist...
