Astronomia trivialis
Was geschieht mit uns? Bewegen wir uns, werden wir bewegt? Kepler (Martin Achrainer) blickt inbrünstig gen Himmel, um den Gesetzen des Alls auf die Spur zu kommen, während auf der Bühne vorzugsweise die Drehscheibe rotiert. Man schreitet kaum, doch fühlt man sich schon weit. Assoziationen zu den Bewegungen der Planeten sind erlaubt in der szenischen Umsetzung von Philip Glass’ Zweiakter «Kepler» durch den flämischen Videokünstler Peter Missotten am Landestheater Linz.
Wobei die Uraufführung (im Rahmen von «Linz 2009 – Kulturhauptstadt Europas») trotz des intensiven Einsatzes des Dirigenten Dennis Russell Davies, des Baritons Martin Achrainer, eines Vokalsextetts als Keplers Gedankenstimmen, des einsatzfreudigen Chors und des nicht immer sattelfest scheinenden Brucknerorchesters letztlich doch enttäuscht.
Seit Jahren verbindet Glass, Jahrgang 1937, eine kreative Freundschaft mit Dennis Russell Davies. Der sieben Jahre Jüngere hob viele von Glass’ Werken aus der Taufe – pars pro toto in Stuttgart «Echnaton», oder in jüngsten Jahren als Chef des Brucknerorchesters Linz die «Achte Sinfonie». Johannes Kepler (1571-1630) wurde zum Thema, weil er von 1612 bis 1627 in der Donaustadt gewirkt ...
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