Im Parkhaus

Nürnberg | Gluck-Opern-Festspiele | Gluck: Ezio

Opernwelt - Logo

«‘s ist Krieg! ‘s ist leider Krieg». Zu den Klängen eines Triumphmarsches fährt der siegreiche Feldherr Ezio in einem mit Lüstern aus Kunststoff dekorierten Auto vor. Noch begrüßt ihn sein kaiserlicher Herr freundlich als Retter des Vaterlandes. Doch alsbald drohen Konflikte, denn der Kaiser begehrt dieselbe Patriziertochter, die der Feldherr bereits seit längerer Zeit liebt. Und dann ist da noch ihr Vater, der mit dem geplanten Mord am Herrscher eine alte Rechnung begleichen will. So nimmt das Drama seinen Lauf.



Auch in ihrer vierten Ausgabe sind die Internationalen Gluck-Opern-Festspiele in Nürnberg für eine Überraschung gut. Diesmal steht das dramma per musica «Ezio» auf dem Programm. Christoph Willibald Glucks Vertonung des düster-tragischen Librettos von Pietro Metastasio hatte 1750 in Prag Premiere. Aufgrund seiner im vierten Jahrhundert angesiedelten Handlung passt es ideal zum Thema der diesjährigen Gluck-Opern-Festspiele: «Gluck, Prag und die Antike». Der eingangs skizzierte Konflikt spielt sich allerdings nicht im Opernhaus ab. Von der Kassenhalle des Hauses wird das Publikum zu einem der Parkdecks unter dem Theater geführt. Im Laufe der nächsten zwei Stunden wechseln die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Panorama, Seite 60
von Rashid-S. Pegah/Albrecht Thiemann

Weitere Beiträge
Sirren und Rattern

Das Jurastudium, die Annäherung an die Architektur, die Banklehre und auch der Delikatessenhandel – all das war nichts für den jungen Herrn aus großem Hause. Einhunderttausend Budapester Juden zu retten – diesen Ruhm erwarb sich der schwedische Amateurdiplomat Raoul Wallenberg dagegen mit vollem Recht, auch wenn sein NS-Gegenspieler Eichmann es allein in Ungarn...

Huldigungen an den Zeitgeist

Calixto Bieito hat wieder einmal zugelangt und in seiner Inszenierung von Jean-Philippe Rameaus ballet bouffon «Platée» die Hosen heruntergelassen. Bieito erzählt die Geschichte der hässlichen Sumpfnymphe Platée, die zum Spaß mit Jupiter verkuppelt und bei Rameau von einem Tenor dargestellt wird, als die Geschichte eines (von Thomas Walker glänzend gespielten,...

Immer grüne Liebe

Die Stadt hat nur 28 000 Einwohner, und ihr akustisch mittelmäßiges Theater ist sehr klein. Trotzdem hat sich das vornehmlich für seine Weine aus der umliegenden Côte d’Or, im 19. Jahrhundert auch für seinen Senf berühmte Beaune zu einem Opernzentrum entwickelt. Und das seit dreißig Jahren. Weltberühmte Sänger, Dirigenten und Orchester treten in dem pittoresken Ort...