Hartmann, Mozart, Grétry im Praxistest

Wie die Berliner Universität der Künste, die Musikhochschule «Hanns Eisler» und die Musikakademie Rheinsberg den Bühnennachwuchs mobilisieren

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Es ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie immer neu: In der Kunst geht nichts ohne Form. Die besten Ideen verblassen und alle kreative Energie verpufft, wenn es keinen Rahmen, keinen roten Faden gibt, die ästhetische (Ent-)Äußerungen fokussieren. Das gilt erst recht für Strategien, die künstlerische Wahrheit aus der Verletzung etablierter Regeln und Kodes oder aus der gezielten Enttäuschung von Erwartungen zu schlagen hoffen. Wer mit dem Tradierten bricht, muss umso klarer, konzentrierter die Sprache (und die Bezugspunkte) dieses Bruchs formulieren.

Dass der provokative Gestus oft sein Ziel verfehlt, stumpf, mitunter gar bieder wirkt, statt Hirn und Herzen zu bewegen, liegt meist an der diffusen Bestimmung seines Woher und Wohin, Wie und Warum. So besteht der Sinn von Musik- und Kunsthochschulen nicht nur darin, Fachkenntnisse zu vermitteln, sondern auch darin, dass schöpferisches Stürmen und Drängen sich dort an Zwischenrufen erfahrener Fachkräfte abarbeiten muss, um – im besten Fall – die eigene Stimme zu finden.

Die Universität der Künste in Berlin-Charlottenburg schickt seit sieben Jahren angehende Theaterleute in konzertierte Praxistests. Gesang und Schauspiel, Dirigieren ...

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Opernwelt Juni 2011
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Albrecht Thiemann

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