Klanggeschmeide im Wald
Gleich sein erster Fall, «Venezianisches Finale», führte Commissario Brunetti in die Oper, womit seine Schöpferin Donna Leon sich a priori als Liebhaberin dieses Genres outete. Bei diesem im legendären Fenice angesiedelten Plot ging es freilich um eine Aufführung von Verdis «La traviata», während die Spezialität der Leon eigentlich Händel ist. So kommt sie denn immer wieder auch gern ins Theater an der Wien, seit Intendant Roland Geyer dort den Hallenser Meister mit zumeist außerordentlichen Aufführungen pflegt.
Zu den bemerkenswerten Produktionen der vergangenen Jahre zählten «Giulio Cesare» unter René Jacobs und mit Christof Loy als Regisseur oder der von Claus Guth szenisch subtil illustrierte «Messiah» mit Jean-Christophe Spinosi als Dirigent, aber auch «Ariodante» (Christophe Rousset/Lukas Hemleb), «Partenope» (Rousset/Pierre Audi) sowie in diesem Frühjahr «Rodelinda» mit Vater Harnoncourt am Pult, in Sohn Philipps Bühnenexegese.
Auch diesmal, bei «Serse», war Donna Leon wieder da. Was sie zu sehen und vor allem zu hören bekam, war grosso modo vorzüglich. Vor allem Dirigent Jean-Christophe Spinosi brillierte. Schon seine Zeichengebung ist bemerkenswert, er formt die Musik mit ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Gerhard Persché
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In gefühlten Es-Dur-Brechungen wallt es «Rheingold»-artig aus dem Orchestergraben herauf. Ein nächtlicher Highway schlängelt sich einer fernen Gebirgssilhouette entgegen. Vorn bricht ein Schwert durch den Asphalt: Excalibur. Ein Cadillac aus den Seventies parkt am Straßenrand. Das Warnlicht blinkt. Ein mittelalter, gedrungener Mann hat den Kopf auf das Lenkrad...
