Utopia im Nahen Osten
Weder Oper noch Oratorium. Nicht für die Bühne noch für sakrale Räume gedacht, sondern als «Dichtung» für den Konzertsaal. Robert Schumann stellte sich für das 1843 mit großem Erfolg in Leipzig uraufgeführte Werk «heitere Menschen» vor. «Das Paradies und die Peri»: eine unvergleichliche Komposition, inspiriert durch das erstmals 1817 erschienene Epos «Lalla Rookh» von Thomas Moore, eine Orient-Legende mit Opfer-, Reue-, Erlösungsmotiven und einem gefallenen Engel.
Das Teatro Massimo in Palermo hat das ungewöhnliche Opus, in dem sich diverse Genres kreuzen, nun doch in einer szenischen Fassung präsentiert. Genauer: Das Haus hatte das in Castelfranco Veneto beheimatete Theaterkollektiv Anagoor für die Inszenierung gewonnen, eine Gruppe, bei der die Lust auf Utopien schon im Namen anklingt – in einer Erzählung von Dino Buzzati ist Anagoor eine Stadt, die auf keiner Karte erscheint. Simone Derai, der Kopf des Kollektivs, entwickelte mit dem Dramaturgen Klaus Peter Kehr (der bereits 2009 mit Joachim Schlömer eine Bühnenversion am Nationaltheater Mannheim vorstellte) eine hybride Form, die körperliche Aktion und Film- bzw. Fotoprojektionen verzahnt. Videos haben in der Theatersprache ...
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Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Stefano Nardelli
«Der Ruhm mag verschwinden, die Vergessenheit währt ewig.» Der Satz, dem Philosophen Arthur Schopenhauer zugeschrieben, beschreibt das Los längst im Fundus verschwundener Werke, die plötzlich als «Meisterwerke», nicht selten als «sträflich vergessene» Meisterwerke geadelt werden. Umso schöner, wenn sich Festivals oder auch kleinere Bühnen nicht damit begnügen, nur...
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der angekündigten Musiktheater- und Opernpremieren des Monats Dezember 2019. Informationen zu Wiederaufnahmen und Repertoirevorstellungen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link:
www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theaterlinks/
ML = Musikalische Leitung
I =...
Wer Roland Schwab als Regisseur für Wagners «Lohengrin» verpflichtet, darf sich nicht wundern, dass es kein blaues Wunder gibt. Stattdessen: Katastrophe, wohin das Auge reicht. Schwab konfrontiert es mit einem Flugzeugwrack, das die 40-Meter-Breitwandbühne der Salzburger Felsenreitschule spektakulär ausfüllt (Piero Vinciguerra). Dort spielt das vergleichsweise...
