So passt's: Sasha Cooke (Marnie) mit Daniel Okulitch (Mark Rutland); Foto: Theater/Richard Hubert Smith
Leicht verdaulich
Nach «Two Boys» und «Dark Sisters» hat sich der Komponist Nico Muhly jetzt «Marnie» vorgenommen – Winston Grahams von Alfred Hitchcock verfilmten Psychothriller. Eine pathologische Lügnerin raubt darin ihre Arbeitgeber aus, um unter neuem Namen anderswo von vorn zu beginnen. Bis einer sie durchschaut, abpasst, in flagranti erwischt und zur Heirat zwingt. Die Ehe gerät entsprechend unterkühlt – anfassen darf Mark Rutland Marnie nicht. Als er ihr Pferd auf sein Anwesen holt, lässt sie sich immerhin auf eine Psychoanalyse ein.
Traumata werden angedeutet: eine sich prostituierende Mutter, ein toter Säugling, ein sich bis in die Gegenwart fortsetzendes Kontinuum männlicher Gewalt. Nach einem für das Tier tödlichen Reitunfall macht Marnie sich davon, doch wieder kommt sie nicht weit: Auf der Beerdigung ihrer Mutter lässt ihr Schwager Terry sie festnehmen. «I am free» singt sie, als die Handschellen zuschnappen: Sie hat sich erkannt, das Versteckspiel ein Ende.
Das Szenario in dieser Koproduktion der Londoner English National Opera und der New Yorker Met setzt auf filmhaft flotte Szenenwechsel. Auf Julian Crouchs Bühne gelingt das mit stelenartig schmalen Kulissen, die sich nicht nur ...
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Opernwelt Januar 2018
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Wiebke Roloff
alpha
01.01. – 20.15 Uhr
Dudamel dirigiert die Berliner Philharmoniker – live in der Waldbühne 2017
06.01. – 11.00 Uhr
Haitink dirigiert Beethoven: Missa Solemnis
07.01. – 20.15 Uhr
Kubelik dirigiert Bruckner: Symphonie Nr. 6
14.01. – 20.15 Uhr
Jansons dirigiert Rachmaninow und Corigliano
21.01. – 20.15 Uhr
Jansons dirigiert Mahler: Symphonie Nr. 8
arte
01.01. –...
Eine neue «Bohème», kurz vor Weihnachten in Paris, mag man an der Opéra national gedacht haben, das passt wie der Weihnachtsbaum auf die Place de la Concorde. Spielen doch mindestens die beiden ersten Akte des Stücks just am Heiligen Abend in der französischen Hauptstadt. Doch sollte man in der Intendanz darauf spekuliert haben, dann hätte man die Rechnung...
Die Jungen, die Erstgeborenen, sollen sterben. So befiehlt es König Nimrod. Da sitzt nun der junge Abraham in seinem Drahtzimmerkubus versteckt und klagt. Isolation in der Berghöhle. Doch ganz lässt sich die Welt nicht aussperren, Fetzen ihrer selbst dringen durch zu Abraham, dem Religionsvater. So formt sich sein Weltverständnis und die Gewissheit vom einen Gott. ...
