Gut in Schuss
Hat jemand mal den durchschnittlichen Pulsschlag von Pilgern gemessen? Und den von Besuchern in Lusttempeln? Man sollte diese Ergebnisse mit der Schlagzahl vergleichen, die Marek Janowski als Tempovorgaben für seinen Tannhäuser gewählt hat. Um es nett auszudrücken: Zu langsam ist er nie. Anders gesagt: Janowski ist oft stramm unterwegs, kommt (fast) ohne Ruhephasen aus. Wenn er – etwa in der zweiten Szene des zweiten Akts – doch mal Pausen einlegt, wirken diese umso intensiver. Wie bisher in diesem Berliner Wagner-CD-Zyklus ist das Rundfunk-Sinfonieorchester gut in Schuss.
Einmal abgesehen davon, dass die Streicher hin und wieder Mühe mit dem für sie stellenweise höllisch schweren Part zu haben scheinen. Doch insgesamt stimmt die Balance der Instrumente, die Blechbläser sind organisch eingebunden, das ein oder andere schöne Holz-Solo dringt auch dort durch, wo sonst orchestraler Tumult herrscht. Als feste Größe bewährt sich einmal mehr der Rundfunkchor Berlin.
Die Titelpartie sollte eigentlich Torsten Kerl singen, doch kurzfristig sprang Robert Dean Smith ein. Ein Einsatz, der zwiespältige Eindrücke hinterlässt. Bei den Aufschwüngen in hohe Tonbereiche etwa fürchtet man um die ...
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Opernwelt März 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Christoph Vratz
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Der eine ist ein seit Jahren viel beschäftigter und umjubelter Star der Alte-Musik-Szene, der andere erlebt gerade seinen Karrieredurchbruch. Doch nicht nur hinsichtlich ihres Karrierestatus und Alters unterscheiden sich Max Emanuel Cencic und Valer Barna-Sabadus: Die beiden Sänger stehen für unterschiedliche Ästhetiken des Falsettgesangs. Cencic reiht sich mit...
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