Am Limit

Rolando Villazón singt in London die Titelpartie in Verdis «Don Carlo» |

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Dem neuen «Don Carlo» der Royal Opera in London kann man sich auf zwei verschiedenen Wegen nähern. Der eine geht ungefähr so: Rolando Villazón, Tenorissimo der Stunde, krönt nach mehrmonatiger Indisposition bei seinem ersten Bühnenauftritt ein Spit­zen­ensemble in einer prachtvollen Produktion von Verdis Spanien-Drama, deren Mastermind «die einfluss­reichste Persönlichkeit der britischen Theaterlandschaft» ist: Nicholas Hytner, Intendant des National Theatre.


Auf dem anderen Weg indes gewinnt man den Eindruck, Villazón werfe sich mit sehr viel mehr Herzblut in die Titelrolle, als seiner eher schlanken Stimme guttut, Antonio Pappanos Dirigat ächze unter dem Gewicht selbstauferlegter Bedeutungsschwere, und Hytners In­szenie­rung, obgleich genau auf Text und Figuren fokussiert, hinke einer avancierten Opernregie um etwa drei Jahrzehnte hinterher.
Am Ende sprach (fast) alles für die zweite Lesart. Mit diesem «Don Carlo» hat sich Covent Garden eine weitere Schaufensterproduktion geleistet, leicht konsumierbar, doch ohne Biss und Haltung. Das Beste waren noch jene vereinzelten Momente, in denen die Haupt­akteure die ihnen auferlegten Beschränkungen abschüttelten und zeigten, was ...

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Opernwelt August 2008
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Andrew Clark

Vergriffen
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