Friedhof der Gefühle

Mailand

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Wie wenig sich die Zeiten ändern! 1992, als die Scala-Saison ebenfalls mit «Don Carlo» eröffnet wurde, habe vier Tage «Weltuntergangsstimmung» geherrscht und eine «nationale Identitäskrise» gedroht, berichtete Gabor Halasz damals in «Opernwelt» (siehe OW 2/1993). Der Grund: Luciano Pavarotti war grausam ausgepfiffen worden, weil er das hohe «H» nicht einwandfrei getroffen hatte und darauf der «ganze Abend konfus und turbulent verlief». Zudem erschütterten Bestechungsskandale Mailand.


Sechzehn Jahre später trübt wieder eine Identitätskrise den Eröffnungsglanz: 2008 verzichtete man sogar auf die Nationalhymne am Eröffnungsabend, da sich kein prominenter Ehrengast zur Galapremiere eingefunden hatte. An den Problemen mit dem Tenor lag das wohl nicht: Giuseppe Filianoti, der bei der Generalprobe die Titelpartie nicht bewältigt haben soll, wurde in letzter Minute gegen Stuart Neill ausgewechselt. Die Unzufriedenheit der Öffentlichkeit war damit freilich nicht aus der Welt geschafft. Die italienische Presse berichtete vom kürzesten Schlussapplaus bei einer Inaugurazione. Die Aufführung schien viele Mailänder darin zu bestätigen, dass Intendant Stéphane Lissner die Einzigartigkeit der ...

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Opernwelt Februar 2009
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Bernhard Doppler

Vergriffen
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