Nahtoderlebnis
Nach Anthony Pilavachis außergewöhnlichem «Ring» in Lübeck durfte man gespannt sein. Tatsächlich wurde nun auch «Parsifal» ein für die Hansestadt bedeutendes Theaterereignis, das über regionale Grenzen hinweg auf Interesse stoßen dürfte.
Pilavachis Deutung beginnt mit einem szenischen Vorspiel, das am Schluss rahmend wiederkehrt: Dem sterbenden Parsifal wird die Herz-Lungen-Maschine abgestellt. Kundry, Amfortas, Klingsor und Titurel betrauern den scheinbar Toten.
Da plötzlich tritt, unsichtbar für die Anwesenden, seine unsterbliche «Seele» aus dem Körper heraus und durchlebt noch einmal die Vergangenheit: die erste Begegnung mit dem Gral, die Versuchung durch Kundry, die anschließenden Irrfahrten, endlich Amfortas’ Erlösung. Jetzt erst – und damit schließt sich der Kreis – kann die «Seele» eingehen in ein Reich des Lichts, das sich ganz konkret im Bühnenhintergrund auftut. «Parsifal» in der Rückblende, als Nahtoderlebnis.
Der Regisseur kleidet das alles in intensiv erzählte, oft überraschend originelle Bildwelten, die sich dennoch nicht allzu weit vom Stück entfernen. Spielort ist eine hell ausgeleuchtete Bühne (Ausstattung: Tatjana Ivschina), entwickelt aus dem Klinik-Ambiente des ...
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Opernwelt November 2012
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Gerhart Asche
ARD
23.11. – 0.30 Uhr
«Zum Sterben schön».
Film von Harald Woetzel über Musik für das letzte Finale.
ARTE
1./7./13./19.11. – 6.00 Uhr
Vadim Repin interpretiert
Lalo: Symphonie espagnole. Orchestre philharmonique de Radio France, Myung-Whun Chung.
2.11. – 6.00 Uhr
Für mein Leben habe ich kämpfen müssen.
Dokumentation von Georg Wübbolt über Sir Georg Solti.
4.11. – 17.10 Uhr
14....
Die Bibliothekarin der Bayerischen Staatsbibliothek in München hatte es ja gut gemeint. «Lustige Weiber von Windsor»? Kein Problem. Wenig später lag die Partitur vor Georg Hermansdorfer – nur leider war es diejenige von Otto Nicolai. Doch der Oberbayer hatte es auf etwas anderes abgesehen, auf die Vertonung von Carl Ditters von Dittersdorf. Die einzig erhaltene...
Er habe sich von volkstümlichen, zur Laute gesungenen Liedern in einer «historischen» Bauernstube zu seiner Oper «Der Schatzgräber» inspirieren lassen, teilte Franz Schreker mit. So seltsam unecht diese Szenerie, so absonderlich mutet die Häufung der Märchenmotive im Libretto an: Da ist eine Königin, die nach der Entwendung ihres Schmucks schwermütig wird. Da ist...
