Editorial der Ausgabe August 2011
Wenn bei uns die Rede darauf kommt, werden plötzlich alle ganz still. Das, was derzeit in der Musikszene der Niederlande passiert, ist ein Super-Gau. Was er genau bedeutet, ist noch längst nicht für alle Betroffenen klar. Aber dass es sich um den schlimmsten anzunehmenden Fall handelt, steht außer Frage. Weniger ein Un-Fall als ein Un-Ding. Eine Zerstörung, wie sie niemand für möglich gehalten hätte. 20 Prozent weniger sollen die Künste aus den staatlichen Fördertöpfen erhalten, das sind 200 Millionen Euro. So will es die rechtskonservative Regierung.
Alle werden bluten, viele aufgeben müssen. Fast die Hälfte aller 13 Orchester dürfte abgewickelt werden. Akut gefährdet ist auch die Nationale Reisopera, die seit vielen Jahren mit attraktiven Produktionen über Land fährt: Ihre Zuschüsse sollen um 60 Prozent gekürzt werden.
Erschreckend ist nicht nur, wie damit ein Gemeinwesen mit seinen Denk- und
Entäußerungsformen verstümmelt wird. Erschreckend auch, wie Kultur dabei als «Dachmarke», Standortfaktor und Imagekampagne herhalten muss. Das Concertgebouworkest und das Nederlands Danstheater werden wohl weitgehend ungeschoren davonkommen, die Oper von Amsterdam auch. Das zeigt, was für ...
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Opernwelt August 2011
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Stephan Mösch/Albrecht Thiemann
Die Frage ist jedes Mal dieselbe: Warum eigentlich die Wiederbelebung erst jetzt? Bei «Medea in Corinto» in St. Gallen (Oktober 2009) und München (Juni 2010) war das so, bei «La Lodoïska» in Ingolstadt (September 2010) und nun auch bei «Amore non soffre opposizioni». Eine Simon-Mayr-Konjunktur mag noch frommer Wunsch sein, die nach dem Komponisten benannte...
Die Garsington Opera ist umgezogen: Ihr neues Zuhause ist das ausgedehnte Anwesen Wormsley in Buckinghamshire. Es gehört Mark Getty und liegt unweit der bisherigen Heimat des Festivals in Oxfordshire. Der britischen Hauptstadt ist man damit noch ein wenig näher gerückt. Wald und Parkanlagen bilden die malerische Kulisse, in die sich das neue Theater einfügt – ein...
Das Timing hätte nicht besser sein können: Zeitgleich zu seiner Ausrufung als Nachfolger des 2012 nach Innsbruck wechselnden Pfalztheater-Intendanten Johannes Reitmeier konnte Operndirektor Urs Häberli als Regisseur mit der «Feenkönigin» einen rauschenden Erfolg einfahren. Die Ovationen waren aber nicht nur ein Vorschuss auf die erhoffte Fortsetzung des...
