Der Tod am Dom
Es bietet sich ja wirklich an. Mit großer Geste schwingt die Treppe den Berg hinauf, wie von Skylla und Charybdis flankiert, vom Dom links, von der Sankt Severi Kirche rechts. Man muss schon blind sein, um die Eignung dieses Ortes als Bühne nicht zu erkennen.
Schon wenige Jahre nach der Wende, 1994, hat das Theater Erfurt damit begonnen, hier im Sommer die «Domstufenfestspiele» zu veranstalten. Um Fläche zu gewinnen, werden Podeste auf den Stufen montiert, die den Stein täuschend echt nachahmen.
Regelrechtes Musiktheater gab es anfangs eher selten zu sehen, dafür «Carmina Burana» oder Haydns «Schöpfung». Der Schritt zur Oper wurde 2002 getan mit Werner Herzogs Inszenierung von «Der fliegende Holländer». Intendant Guy Montavon übernahm das Ruder ein Jahr später und führte sich mit Strauss’ selten gezeigtem «Friedenstag» ein. Am Erfurter Theater, gleich hinter dem Domberg, präsentiert Montavon seither einen erfolgreichen Mix aus Populärem, Unbekanntem und Uraufführungen, in der Spielzeit 2014/15 etwa «Das schwarze Blut» von François Fayt oder Giordanos «Andrea Chénier».
Diesen Sommer hat Montavon für die Domstufen ein Stück ausgewählt, bei dem nichts schiefgehen kann: Hofmannsthals ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Magazin, Seite 100
von Udo Badelt
Seit über Kunst nachgedacht wird, also schon sehr lange, treibt die Frage um, was Musik eigentlich sei. Das «Schöne», sein Eigenwert, seine Funktion, in Abgrenzung zum «Hässlichen» – darum kreisen die Debatten. Im deutschen Kulturbereich scheint das Thema nach wie vor blockiert. Idee wie Ideologie der «absoluten» Musik haben diese festgelegt auf die kunstreligiöse...
Sie ist ein Wunder!» – an Vorschusslorbeer herrscht kein Mangel. Freilich stammt der Satz nicht von irgendwem, sondern von Montserrat Caballé. Auch Teresa Berganza und Elena Obraztsova werden mit Lobeshymnen zitiert. Sie gelten der in Baku geborenen Sopranistin Dinara Alieva. Ausgebildet wurde sie an der Musikakademie ihrer Geburtsstadt. Preise in diversen...
ARD-ALPHA
7.9. – 20.15 Uhr
Jedes Ding hat seine Zeit.
Film von Eckhart Schmidt über Sena Jurinac.
14./21./28.9./3.10. – 11.00 Uhr
Lorin Maazel dirigiert
1. Dvorák: Symphonie Nr. 9 e-moll, op. 93;
2. Ravel: Rhapsodie espagnole, Strawinsky: Le Sacre du printemps;
3. Mozart: Symphonie C-Dur KV 551;
4. Bruckner: Symphonie Nr. 8.
21.9. – 20.15 Uhr
Jörg Widmann.
Porträt...
