Schätze aus Verdis Werkstatt
Die handschriftliche Originalpartitur von Verdis «Otello» und eine Druckplatte vom Erstdruck der Partitur seines «Falstaff»: zwei Prunkstücke, die in Berlin noch bis zum
15. September zu bewundern sind (www.enterpriseopera.com). Nachdem Bertelsmann BMG im Jahr 2007 den dreizehn Jahre zuvor erworbenen Verlag Ricordi aus kartellrechtlichen Gründen weiterverkaufen musste, ist das Archiv des Mailänder Verlags als Depositum in eine der sieben italienischen Nationalbibliotheken übergegangen. Denn beim Verkauf des Quasi-Monopolisten für italienische Oper des 19.
Jahrhunderts an den französischen Medienriesen Vivendi hatte BMG das «Archivio storico» für sich behalten. Auch wenn dies italienische Patrioten schmerzen mag, handelt es sich doch um einen Glücksfall: Das Gesetz fordert den Verbleib derartigen Kulturguts in Italien, offensichtlich ist aber ein Eigentümer wie der Konzern aus Gütersloh verlässlicher um dessen Pflege besorgt, als man dies von privaten oder öffentlichen Händen in Italien erwarten könnte.
Anlässlich einer Vorpräsentation der Ausstellung zeigte Helen Müller, bei der BMG verantwortlich für «Corporate History», die Ergebnisse der bisherigen Anstrengungen: Das Archiv mit ...
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Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: Magazin, Seite 98
von Anselm Gerhard
Das ist doch was. Da steht man mitten in Richard Wagners großem Salon, es riecht nach Holz und Mauerwerk, der Putz ist ab, der Stuck löchrig und der Boden bedeckt mit Staub und Plastikplanen. Von dort schaut man auf Vitrinen und Videoanimationen: lauter realisierte und nicht realisierte Luftschlösser. «Götterdämmerung» heißt die Ausstellung in der Villa Wahnfried....
Die Stimme ist dunkler und voller geworden, hat sich vom lyrischen Sopran zum lirico spinto mit substanzreichen Tönen in der tiefen Lage entwickelt, die gerade für die
Partie der Lady Macbeth unerlässlich sind. In der ersten Szene der Lady erweist sich Anna Netrebko als veritable donna di forza. Für das Lesen des Briefes («Nel dì della vittoria io le incontrai»)...
Er ist schon ein Teufelskerl, dieser Graf Opalinski. Im Untergrund kämpft er gegen die sächsischen Besatzer, gibt sich als Student Jan aus, wird verhaftet, kommt frei, weil Oberst Ollendorf ihn für einen amourösen Racheplan braucht – und befreit listig seine Heimatstadt Krakau. Bei der Mörbischer «Bettelstudent»-Premiere ist Gert Henning Jensen, hochgewachsen und...
