Du bist, was du bist
Es ist ein weites Feld – Kinderoper. Ein Genre, über dessen Notwendigkeit sich Theaterschaffende wohl im Grundsatz einig sind, das aber nicht immer mit hinreichender Kreativität gesegnet ist. Denn Kinderoper heißt nicht nur «Kleine Zauberflöte». Eva Kleinitz, der im Frühjahr 2019 verstorbenen Intendantin der Opéra national du Rhin, war sie eine Herzensangelegenheit. «Marlène Baleine», das kurz vor dem Jahreswechsel in Colmar uraufgeführte Musiktheater für Kinder ab fünf, geht noch auf ihre Initiative zurück.
Die Münchner Autorin Anna Wenzel hat aus dem bekannten Bilderbuch «Wanda Walfisch» eine 45-minütige Oper gemacht, an der auch Erwachsene Spaß haben. Wenzel zog dafür Musikstücke aus der Renaissance heran und unterlegte die Lieder und Tänze mit Texten, die die Handlung forttragen oder interpretieren. Ursprünglich auf Deutsch verfasst, kam «Wanda Walfisch» somit in französischer Sprache zur Uraufführung – beim koproduzierenden Saarländischen Staatstheater wird demnächst die deutsche Variante nachgeholt.
Letztlich ist die Sprache aber gar nicht entscheidend: Die Botschaft des Stücks um ein Schulmädchen, das seiner Leibesfülle wegen von den anderen gehänselt wird und sich in ...
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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Alexander Dick
Zahlreiche Sololieder, darunter viele Mehrfachvertonungen, hat Franz Liszt geschrieben, insgesamt 127. Sie sind weitgehend unbekannt, wie ja überhaupt der musikalische Kosmopolit Liszt unter den großen Komponisten des 19. Jahrhunderts der am wenigsten populäre sein dürfte. Wie die Klavierwerke fordern die abseits der Gattungsentwicklung stehenden Lieder von den...
Wie Peter Konwitschny vor Jahresfrist in Heidelberg (siehe OW 1/2019) glaubt auch Lorenzo Fioroni nicht mehr an das humanistisch überhöhte lieto fine, das glückliche Ende des «Idomeneo». Auch er negiert die aufklärerisch-dialektischen Energien des utopischem Gesellschaftsentwurfs in Mozarts pessimistischem Lehrstück über eine zu Ende gehende Zivilisation, knüpft...
Christina Pluhar hat 2005 mit der Sopranistin Véronique Gens eine CD mit vokaler Kammermusik von Luigi Rossi (1597-1653) aufgenommen. Ein Rechtsstreit verhinderte damals das Erscheinen, nach dessen Beilegung die von Rossi begeisterte Pluhar sie jetzt um zwei weitere CDs mit Kantaten des diskografisch bislang nur unzureichend gewürdigten römischen Komponisten...
