Kinderkriegen erwünscht
Opern mit nur einem Akt sind in der Regel beim Publikum nicht sehr beliebt – Ausnahmen («Salome», «Elektra», «Bajazzo» mit «Cavalleria rusticana») bestätigen die Erfahrungen. Und Puccinis «Il trittico» zieht sich oft ziemlich in die Länge, so dass manche Theaterleiter kurzerhand nach der Premiere die «Suor Angelica» in den Fundus verbannen.
An der Opéra de Lyon jedoch kennt man keine Einakter-Scheu, im Gegenteil: Wahre Schätze gelangen da auf die Bühne, wie vor einiger Zeit sechs Kurzopern zum Thema «Leidenschaft und Tod», kombiniert zu drei Abenden à deux: Puccinis «Mantel» mit Zemlinskys «Florentinischer Tragödie», Poulencs «La Voix humaine» mit Bizets «Djamileh» (mit tödlichem Ausgang uminszeniert), Schönbergs «Erwartung» mit Bartóks «Blaubart». Das waren spannende Kontrastierungen.
Jetzt ein Ausflug nach Paris in zwei Nachweltkriegszeiten: 1920 komponierte Darius Milhaud eine Huldigung an das Cabaret «Le Bœuf sur le toit», dessen Name zugleich den Titel für Milhauds Ballett abgab. Gesetzt für Geige und Klavier diente die Musik zuvor einem Stummfilm mit Charlie Chaplin als klingende Folie. Im Jahr 1944 begegnete Francis Poulenc Guillaume Apollinaire, dessen Schauspiel «Les ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Gerhard Rohde
Zweimal Giuseppe Verdis «Masnadieri» im Abstand von nur rund zehn Monaten. Das bedeutet nicht nur, einer selten gespielten Schiller-Oper näher zu kommen. Gäbe es die Klassifikation – es erhellte auch, wie gering das Gefälle zwischen einem Team aus der Champions League (Zürich) und einem aus der Zweiten Bundesliga (Karlsruhe) ist. Und ganz nebenbei auch, ein wie...
Die Republik fördert die Entwicklung der Kultur und die wissenschaftliche und technische Forschung. Sie schützt die Landschaft und das historische und künstlerische Erbe der Nation.» Den Artikel 9 der italienischen Verfassung in einem Opernhaus vorzulesen, ist nicht üblich. Daniel Barenboim tat es, «tief besorgt», bevor er den Taktstock zur neuen «Walküre» hob....
Das spanische Publikum lernte die Opern Leos Janáceks erst relativ spät kennen. Die Erstaufführungen von «Jenufa» und «Katja Kabanova» fanden 1965 bzw. 1973 in Barcelona statt. In beiden Fällen handelte es sich um Gastspiele tschechischer Ensembles. Der frenetische Beifall, den die Zuschauer in Barcelona und Madrid den aufgezeichneten neuen Produktionen dieser...
