A la française
Die Prager Staatsoper (Státní Opera Praha) gibt es genau genommen erst seit sechzehn Jahren. Doch die Operngeschichte reicht weit zurück. Einige Beispiele: 1787 wird in dem 1783 gegründeten Nostiz’schen Nationaltheater Mozarts «Don Giovanni» uraufgeführt; 1789 übernimmt Carl Maria von Weber die Leitung des nun unter dem Namen Stavovské Divadlo firmierenden Theaters mit besonderem Blick auf die Pflege des deutschen Repertoires; am 5.
Januar 1888 wird das Neue Deutsche Theater durch den Musikdirektor des Stavovské Divadlo, Angelo Neumann, eingeweiht (es entstand als Antwort auf die Gründung des Tschechischen Nationaltheaters im Jahr 1881). In der Folgezeit wirken bedeutende Künstler am Neuen Deutschen Theater als Musikdirektoren, darunter Karl Muck, Franz Schalk und – von 1922 bis 1927 – Alexander Zemlinsky. Unter anderem werden hier Eugen d’Alberts «Tiefland» (1903) und Arnold Schönbergs «Erwartung» (1924) aus der Taufe gehoben. In der Nachkriegszeit steht das primär avantgardistisch ausgerichtete Haus im Schatten des Tschechischen Nationaltheaters und wird später in Smetana-Theater umbenannt. Am 1. April 1992 erlangt es erneut seine Unabhängigkeit. Heute ist hier und da zu ...
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Neben und nach Wagner hatten es alle deutschen Opernkomponisten schwer. Auch für Parteigänger wie Peter Cornelius und Hugo Wolf blieb nur die Nische des musikalischen Lustspiels reserviert. Und Sinfoniker wie Brahms, Bruckner und selbst der als Operndirigent höchst erfahrene Mahler sind dem Musiktheater konsequent ausgewichen. Allein Schumann hat Wagner auf...
Als Musiker diverser deutscher Orchester – unter anderem in Dortmund, Hamburg, Magdeburg, München, Oldenburg und Stuttgart – von Ende Januar bis Ende Februar fünfzehnminütige Warnstreiks veranstalteten, um ihrer Forderung nach mehr Geld Ausdruck zu verleihen, hätte das Publikum die Aktionen beinahe gar nicht bemerkt. Vom Kurzausstand betroffen waren nicht Konzerte,...
Es gerät leicht in Vergessenheit, dass die Titelpartie von Richard Strauss’ «Elektra» nicht nur ein Vehikel für hochdramatische Soprane ist, sondern zu mindestens fünfzig Prozent aus lyrischen Passagen besteht. Nicht nur die durchdringenden «Agamemnon»-Rufe, sondern auch die zaghaft aufblühende Hoffnung der Orest-Szene prägen den Charakter der Atriden-Prinzessin,...
