«Wir wollen die Nummer eins werden»
Musiker, vor allem Kammermusiker, behaupten gern, sie wüssten bereits nach wenigen Takten der ersten gemeinsamen Probe, ob die Chemie zwischen ihnen stimmt. Wie ist das zwischen
einem Intendanten und einem Dirigenten?
Markus Stenz: Es ist vielleicht etwas kurios, aber Katharina Thalbach, die wir beide gut kennen und schätzen, hat von Anfang an geradezu rührend dafür gesorgt, dass wir einen richtigen Ton zueinander finden – was, im Nachhinein betrachtet, wohl gar nicht nötig gewesen wäre.
Uwe-Eric Laufenberg: Kathi hat mir immer wieder begeistert von ihren Kölner Arbeiten – der «Salome» und «Jenufa» – und der Zusammenarbeit mit Markus Stenz erzählt, wie fantastisch es sei, wenn man ein Stück gemeinsam mit einem Dirigenten entwickeln und gestalten könne.
Herr Laufenberg, Sie sind in Köln geboren und aufgewachsen, und Sie, Herr Stenz, sind Wahl-Kölner, der die Stadt schon zu Studienzeiten für sich entdeckt hat. Haben sich Ihre Wege schon früher gekreuzt?
Stenz: Nein, wir haben uns tatsächlich erst im Zuge der neuen Intendanz kennengelernt.
Laufenberg: Natürlich habe ich Markus schon vorher als Dirigent wahrgenommen, aber nur als Zuschauer im Saal. Kennengelernt haben wir uns beim ersten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Zwei neue Opern prominenter Komponisten wurden im April 2009 innerhalb weniger Tage uraufgeführt: Wolfgang Rihms Monodrama «Proserpina» bei den Schwetzinger Festspielen und Salvatore Sciarrinos «La porta della legge» in Wuppertal. Beide legen ihren knapp eineinviertelstündigen Einaktern Stoffe aus der Weltliteratur zugrunde: Rihm einen ganz auf den inneren...
Als Albrecht Puhlmann im Herbst 2003 zum Intendanten der Staatsoper Stuttgart berufen wurde, herrschte allseits Zufriedenheit. Man glaubte, in dem Dramaturgen und Opernchef (Basel, dann Hannover) einen idealen Nachfolger für Klaus Zehelein, den erfolgreichen Vordenker eines konzeptionellen Musiktheaters, gefunden zu haben. Das vorzeitige, bittere Ende für Puhlmann...
Die Botschaft klingt tröstlich: Die Probleme «seien insgesamt nicht so groß, als dass man sie nicht lösen könnte». Mit dieser Aussage reagierte Kölns frisch gewählter Oberbürgermeister Jürgen Roters auf die Frage der Boulevardpresse, wie es denn mit der Kultur und deren Etat künftig weitergehe. Eine Aussage, die in ihrer diplomatischen Konkretheit Mut machen...
