Feuerwerk und Faltenwurf
Seit 1975 macht das Festival della Valle d’Itria in der süditalienischen Kleinstadt Martina Franca mit Unbekanntem, Ausgrabungen und ungewöhnlichen Fassungen geläufiger Werke von sich reden. Während das Publikum gerade den Spezialitäten-Zuschnitt des Programms schätzt – selbst aus Asien reisen immer mehr Besucher an –, ist die ideelle wie finanzielle Unterstützung durch die Politik spürbar geschrumpft. Dabei bescherte der 45.
Jahrgang unter dem Motto «Neapel und Europa: das goldene Zeitalter» wieder echte Entdeckungen wie ein von Nicola Porpora für den Barockstar Farinelli angerührtes Pasticcio
Anfang August scheint die Luft in Martina Franca tagsüber wie aus Blei gegossen, die Schritte in der Mittagshitze werden schwer. Die Arbeiter, die das eingerüstete Kriegerdenkmal an der Piazza Vittorio Veneto restaurieren, tun einem leid. Das Leben beginnt hier gegen 18 Uhr, wenn sich die albern werbenden Bars («Save water drink wine») und später die Restaurants an der Piazza Plebiscito mit der dem Heiligen Martin gewidmeten Basilika füllen. Gut, dass jetzt ein Lüftchen geht, Sonnenschirme schaukeln sanft. Auf diese Brise ist Verlass, wissen Einheimische, selbst in der Altstadt. Rund 430 ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 34
von Götz Thieme
Als «Festival zur Förderung junger Sänger» hat Siegfried Matthus 1990 die Kammeroper Schloss Rheinsberg gegründet. Ins idyllische Ruppiner Land, wo einst der Preußenprinz Friedrich seine schönsten Jahre verlebte und sein Bruder Heinrich später einen Musenhof etablierte, kommen die Nachwuchssolisten nicht zum Geldverdienen, sondern um Praxiserfahrungen zu sammeln....
Der Bach-Biograf Philipp Spitta verglich Spontinis «Olimpie» mit Wagners «Ring». Und das erscheint als nicht zu hoch gegriffen, denn der Komponist treibt in diesem so monströsen wie düsteren Werk, seiner letzten französischen Tragédie-lyrique, den Monumentalstil des Klassizismus zu einer dramatischen Ausdrucksintensität, die weit in die Zukunft weist – die...
Der Titel gibt die Richtung vor: «Schrei und Utopie» ist der im Wolke Verlag erschienene Band überschrieben, der – pünktlich zu dessen 80. Geburtstag – Essays von Nicolas Schalz aus den vergangenen 40 Jahren bündelt. In seiner Kontrastbildung verweist dieser Titel auf den dialektischen Grundansatz, dem das Denken des emeritierten Professors der Hochschule für...
