Ein Versprechen
Es ist verlockend, die «Lieder eines Jahres» mit «Night and Dreams», dem vor Kurzem erschienenen Recital ihrer Fachkollegin Measha Brueggergosman, zu vergleichen. Während die Kanadierin über üppige stimmliche Mittel verfügt, mit ihnen aber nicht genug anfängt, ist es bei Christiane Karg genau andersherum: Das Farbspektrum ihres leichten Soprans ist noch begrenzt, die Tiefe hat nicht allzu viel Substanz, und wenn ein Lied einen aufblühenden Spitzenton verlangt (Mendelssohns «Frühlingslied» beispielsweise), klingt das wie eine Knospe kurz vor dem Aufbrechen.
Doch geht Christiane Karg so klug mit ihren Möglichkeiten um, dass dergleichen kaum je als Nachteil spürbar wird. Das beginnt schon beim geschickt gewählten, rein deutschsprachigen Programm: Das Jahreszeiten-Motto liefert einen Spannungsbogen, der zugleich Raum für stilistische Vielfalt zulässt. Neben Liedern von Schubert und Mendelssohn, Wolf und Strauss, Ligeti und Webern präsentiert Karg auch stimmungsvolle Raritäten von Schreker, Zemlinsky und Joseph Marx – fast durchweg Miniaturen, die keine großen Gefühle oder dramatischen Töne verlangen. Stattdessen geht es um leise Fragen und träumerische Schwebezustände. Wunderbar liegen ...
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Die aktuelle in Trier legt...
So machen’s eben doch nicht alle! Noch bevor Lorenzo da Ponte in «Così fan tutte» die weibliche Treue grundsätzlich infrage stellte, entwarf er in «Una cosa rara» ein Gegenbild: Es sei zwar sehr selten, aber es komme doch vor, dass «bellezza ed onestà» zur Synthese finden. Das gute Beispiel gibt die Bäuerin Lilla, die allen Anfechtungen zum Trotz ihrem...
