In der Jahrhunderthalle
Im niederschlesischen Wroclaw, zu dem man wieder Breslau sagen darf, ohne als Revanchist verdächtigt zu werden, steht ein luxuriös restauriertes Opernhaus, samtweich und goldglänzend. Aber weil sich die Handwerker auch nach der offiziellen Eröffnung noch ungebührlich viel Zeit lassen, weicht die Intendantin weiter aus. An den verrücktesten Orten hat sie schon spielen lassen. Warum dann ihr ehrgeizigstes Projekt, Wagners «Ring», nicht gleich in Walhall selbst?
Der Götterhimmel liegt am Stadtrand.
Hier hockt Max Bergs «Jahrhunderthalle», beinahe hundertjährig und noch immer ungeheuer kühn in ihrer Anlage: von außen eine Art Riesen-Moschee; mit ihrer gewaltigen Betonkuppel ein gestrandetes Ufo von innen. Platz ist hier für fünftausend, genau die richtige Größe also für Sportspektakel und Opernereignisse.
Wagner im Event-Schuppen – warum nicht? In der einstigen Wagner-Stadt Breslau wurde der «Ring» seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr aufgeführt. Mit zäher Leidenschaft hat ihn die Intendantin Ewa Michnik der Stadt gleich in monumentaler Größe zurückgegeben. Allen Skeptikern zum Trotz feierte die «Götterdämmerung» Ende Juni Premiere – der ersten, für Oktober geplanten zyklischen ...
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Es ist ein Juwel barocker Theaterbaukunst, das Königliche Schlosstheater zu Drottningholm aus dem Jahr 1766. Vor den Toren Stockholms gelegen, überstand es – nahezu einhundertfünfzig Jahre dem Vergessen anheimgegeben – völlig unbeschadet die Zeitläufte. Architektur, Bühnenmaschinerie und Ausstattung des Theaters samt Nebenräumlichkeiten und angeschlossenem...
An einer kleinen Bühne wie Regensburg sind Produktionen von Standardwerken in der Regel nur für das heimische Publikum attraktiv, die Wirkung bleibt meist regional beschränkt. Nicht so im Fall des neuen «Maskenball». Das Theater Regensburg bietet hier nicht nur ein Sänger-Quintett, sondern, die zwei Verschwörer einbezogen, ein -Septett auf, das sich problemlos auch...
Beim Grafen von Belfiore hängt der Haussegen schief. Seine Frau hat guten Grund, sich nicht mehr von ihm geliebt zu fühlen («Ah, dove è andato quel primo affetto») und missbilligt seine Neigung zu ihrem Kammermädchen Dorina, die sie durch eine Heirat mit dem Gärtner Mingone aus dem Haus schaffen will. Der Graf dagegen will sie mit seinem Diener Titta verheiraten,...
