Salonrevoluzzer
Nicht Falstaff gab den Helden an der Berliner Staatsoper, nicht Parsifal, Daniel Barenboim war es. An den neun Festtagen seines Osterfestivals stand der nie Ermüdende sieben Abende lang am Pult und dirigierte die Letztwerke Verdis und Wagners, je zweimal «Parsifal» und «Falstaff» – und wie zur Entspannung dazwischen im Konzert Mahlers Siebte (mit den Wiener Philharmonikern) und Debussys raren «Martyre de Saint Sébastien». Von Ermattung der Staatskapelle oder ihres Chefs auch in der zweiten «Falstaff»-Aufführung keine Spur.
Barenboim, der altgediente Wagner-Kämpfer, stürzte sich Hals über Kopf ins lospolternde Verdi-Vorspiel und ließ hören, wie sehr ihn die subtile Komik der genial durchrhythmisierten Partitur mitreißt, ihn zum Kommunizieren in elaboriertester Klangsprache antreibt – auch wenn das ästhetische Gegenmodell des deutschen Bühnenweihfestspiels gelegentlich hereinwehen mochte ins nunmehr sanierte, akustisch aufgerüstete Knobelsdorffhaus Unter den Linden.
Barenboim hat keineswegs nur die breite Ernsthaftigkeit deutscher Orchestersprache verinnerlicht, man spürt seine Lust, das elegant Tänzelnde oder die auftrumpfende Herrschaftsmanier des sich mal einschmeichelnden, mal ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Wolfgang Schreiber
Die Tränen Sofias sind anders. Irgendwie weicher, samtiger. Dass sie aber so reichlich vom Himmel herabkullern, überrascht selbst Einheimische. Frühling sollte es sein, wenn Gäste aus aller Damen und Herren Länder in die bulgarische Kapitale kommen, aus Kanada und Österreich, Schweden und den USA, aus Litauen und Lettland, um sich im schmucken Opernhaus drei Tage...
Noch einmal bauscht der Vorhang zur Seite, und da stehen sie, jubelumbrandet, im Rosenregen: Gwyneth Jones, die erste Feldmarschallin, Brigitte Fassbaender, ihr Octavian, «Otti» Schenk, Jürgen Rose – eine Verbeugung vor dem Strauss-Dreamteam der 1970er-Jahre, eine Huldigung, bevor dieser «Rosenkavalier», Inszenierungsikone, lange von Carlos Kleiber dirigiert und an...
alpha
06.05. – 20.15 Uhr
Jonas Kaufmann singt deutsche Arien
Konzert in der Philharmonie im Münchner Gasteig
Münchner Rundfunkorchester, ML: Güttler
13.05. – 20.15 Uhr
Mariss Jansons dirigiert Bernstein: Chichester Psalms und Haydn: Symphonie Nr. 97 in C-Dur
Die dreisätzige Vertonung verschiedener Psalmtexte in hebräischer Sprache schuf Bernstein für das...
