Sommertheater am Mississippi
Seit nunmehr dreiunddreißig Spielzeiten bietet das Opera Theatre of Saint Louis ein ausgesuchtes Programm, das vom heimischen Publikum, von Besuchern aus ganz Amerika sowie von der internationalen Presse gleichermaßen geschätzt wird.
Wenn die führenden US-Häuser (die Met in New York, die Lyric Opera in Chicago, die San Francisco Opera) schon Theaterferien machen und Sommeropern wie Santa Fe oder Glimmerglass noch nicht spielen, geht in Saint Louis ein nunmehr auf fünf Wochen ausgedehntes Festival über die Bühne, das Standardrepertoire mit Raritäten kombiniert und jungen, aufstrebenden Gesangstalenten die Chance gibt, mit etablierten Regisseuren zu arbeiten. Aufführungssprache ist durchweg Englisch. Die Vorstellungen finden im intimen Loretto-Hilton Center statt. Es gibt wohl nur wenige Spielorte, die eine ähnlich enge Verbindung zwischen Sängern und Publikum schaffen. Sogar der Orchestergraben – schmal und (beinahe) so unsichtbar wie der mystische Abgrund in Bayreuth – bildet keine Barriere. Die Nachteile: Er ist so klein, dass die vorgeschriebene Zahl der Musiker in vielen Fällen reduziert werden muss. Oft mischt die trockene Raumakustik die Orchesterstimmen nicht, sondern trennt sie, was nicht gerade zu den Pluspunkten zählt. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das wagemutige und entdeckungsfreudige Festival della Valle d’Itria hat im vergangenen Jahr zwei weitgehend unbekannte Nebenwerke von Pietro Mascagni und Umberto Giordano szenisch wiederentdeckt, die aus einer Zeit stammen, als sich beide Komponisten von ihren veristischen Anfängen längst losgelöst hatten. Die Mitschnitte auf CD, die jetzt bei Dynamic...
«Das ist auch eine Frage der Qualität»
Leipziger Turbulenzen II: Peter Konwitschny über Musiktheater als moralische Anstalt, herbeigeredete Konflikte und seine Pläne
Herr Konwitschny, Ihr Kollege Giancarlo del Monaco hat in Zusammenhang mit seiner Inszenierung von «Manon Lescaut», die kürzlich in Leipzig herauskam, gesagt, er mache «Oper für das Publikum». Was...
Nein, eine Erfolgsgeschichte konnte man das groß angelegte «Ring»-Projekt der Berliner Philharmoniker bislang wirklich nicht nennen: Vier Jahrzehnte, nachdem Herbert von Karajan die Salzburger Osterfestspiele für seine bahnbrechende Tetralogie-Interpretation gegründet hatte, erarbeitet sich das Orchester Richard Wagners Bühnenendspiel erneut. Seit 2006 gibt es in...
