Wahn, überall Wahn: Björn Bürger (Georg); Foto: Barbara Aumüller
Irre
Tropfen. Erst ist es nur einer, der im Irgendwo herabsinkt, zeitlupenhaft vergrößert wie in Andrej Tarkowskijs «Nostalghia», als ins schier Unendliche zerdehnte Zeit. Nach dem Aufprall herrscht sekundenlang Stille, dann fällt ein weiterer Tropfen. Und dann sind es immer mehr, von überall her drängen sie, elektronisch verstärkt, herein, bis man förmlich umzingelt ist von diesen stahlummantelten mikrotonalen Tontrauben.
Zunächst sind sie eine Art Zitat, Rückbesinnung auf Arnulf Herrmanns 2012 bei der Münchner Biennale uraufgeführte Oper «Wasser» (OW 7/2012).
Das nasse Element scheint diesen Komponisten magnetisch anzuziehen. Auch seine Musik ist so beschaffen: Aus der flüssigen Konsistenz, dem Molekül, erwachsen disparate Verkapselungen und Verknotungen. Wo (melodiöse) Schönheit möglich wäre, wohnt das Schreckliche, Wahnhaft-Traumatische, auch: das Un(be)greifbare.
Ingredienzen, die wir aus Roland Topors insinuativem Paris-Roman «Le Locataire chimérique» von 1964 kennen, den Herrmann sich zur Vorlage seines neuen Musiktheaters «Der Mieter» wählte. In drei Akten wird die Geschichte eines polnisch-jüdischen Mannes erzählt. Trelkovsky heißt er, sucht händeringend eine Wohnung und ...
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Opernwelt Januar 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Jürgen Otten
MARC ALBRECHT
Seine Karriere verlief geordnet, nicht in spektakulären Sprüngen. Gleichwohl zählt der Amsterdamer Musikchef seit Langem zu den besten Operndirigenten. Ein Gespräch
CHRISTOPH WALTZ
Dass er Oper kann, hat er 2013 bewiesen, mit Strauss’ «Rosenkavalier». Nun folgt, erneut in Antwerpen, «Falstaff». Wir sind dabei
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– The Little...
Wer solche Untertanen hat, kann den Staatsapparat klein halten: Privatspitzel allüberall, fast an jeder Kanalecke. Und fürs besonders perfide Denunziantentum hielt das alte Venedig «Löwenmäuler» bereit, kunstfertig gestaltete Briefkästen, in denen die Beschuldigungen hinterlegt werden konnten, am besten mit Absender. Ganz prosaisch sind diese bocche di leone in...
