Strauss: Arabella
Opern von Richard Strauss gelangen in den letzten zehn Jahren in Regensburg szenisch mit wechselndem, musikalisch hingegen durchgehend mit gutem Erfolg. Nach «Intermezzo», «Elektra», «Salome», «Ariadne auf Naxos» und «Rosenkavalier» folgte nun «Arabella», die szenisch wie musikalisch in einem Maße gelang, wie es für eine Bühne dieser Größe nicht alltäglich ist.
Hausherr Ernö Weil sieht als Regisseur im Werk das Porträt einer zerbrechenden Gesellschaft und siedelt das Geschehen – Intentionen Hofmannsthals folgend – daher direkt vor dem Ersten Weltkrieg an.
Das Publikum soll teilhaben am Zusammenbruch der k. u. k.-Monarchie, wo Menschen wie die Waldners völlig unvorbereitet in die Katastrophe stolpern. Mühsam aufrechterhaltene gräfliche Atmosphäre lebt noch in den Prachtkostümen von Reinhard Heinrich, fahle Tristesse zeigt hingegen die Bühne von Konrad Kulke, der mit einigen Requisiten ein schmuckloses Hotelzimmer andeutet, dessen Boden mit einem verblichenen Gemälde aufgewertet wird, das sich vage im schräg aufgehängten Plafond spiegelt. Das nüchterne Hotelfoyer des dritten Akts, in das die gemischte Fiakerball-Gesellschaft einbricht, deutet an, wo diese wirklich steht – am ...
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Herr Mortier, nach einer Spielzeit der Reprisen – eine Art Mortier-Werkschau mit Errungenschaften aus Salzburg und der RuhrTriennale – haben Sie im zweiten Jahr für Paris andere Akzente gesetzt. Welche programmatischen Überlegungen stehen hinter der Auswahl der Stücke und Regisseure?
Die erste Spielzeit war in erster Linie eine artisanale (handwerkliche) Spielzeit....
I. Eigentlich ist Lucilla die kapriziöse Zicke des Stückes. Sie gibt sich bescheiden und einfühlsam, doch gleichzeitig zieht sie ihren Mann in den Bankrott, indem sie ihrer Leidenschaft für Mode, Haute Cuisine, Schmuck und Partys frönt. Sie ist das genaue Gegenteil ihrer Schwägerin, der lieblichen Angelina, die ihren Namen nicht umsonst trägt und abendfüllend...
Im vergangenen September, angesichts von Peter Konwitschnys szenischer Interpretation des «Eugen Onegin» in Bratislava, hatte ein aus Wien angereister Zuschauer neben mir noch gegreint: «Jetzt kann man hier auch nicht mehr hinfahren.» Sollte der Mann dennoch einen weiteren Versuch gewagt haben, etwa zur «Turandot», dürfte Joszef Bednáriks Inszenierung ihm ein...
