Im Zeichen Büchners

Das Staatstheater Darmstadt bringt die «Wozzeck»-Opern von Alban Berg und Manfred Gurlitt an einem Abend

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Die großen «runden» Jubiläen haben nicht selten auch etwas vom «Trojanischen Pferd»: Sie machen viel her, blockieren aber die kreative Rezeption. Das Mozart-Jahr 2006 belegte dies: War der Trubel, zumal in Wien und Salzburg, immens, so wurde in der Folge Mozart auf den Konzertprogrammen eher rar. Wie sich die Wagner- und Verdi-Feierei 2013 auswirkt, bleibt abzuwarten. Der Fall Georg Büchner ist da weniger heikel, taugt er doch nicht recht zur nationalen, gar globalen Galionsfigur. Dafür ist er zu früh gestorben, sein Werk zu knapp, disparat, fragmentarisch.

Überdies: «politisch Lied, garstig Lied». Gewiss, Wagner musste 1849 aus Dresden fliehen, hat wohl bis zum Schluss einigen gesellschaftskritisch-utopischen Gedanken der französischen Frühsozialisten nachgehangen, dem Bismarck’schen Kaiserreich geringe Sympathie entgegengebracht. Doch ein Aufrührer war er nicht; und dass Bayreuth zum Identifikationsort der Völkischen und Antisemiten wurde, kam nicht von ungefähr. In anderer Weise wurde Verdis Rolle im Risorgimento eher verklärt.

Anders Büchner: Im «Woyzeck» attackiert, karikiert er Militär, Kirche, Wissenschaft, Justiz und Kategorien-Logik. Noch programmatischer nennt er im ...

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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Gerhard R. Koch

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Jubilare


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