Händel: Tamerlano

München

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Auf der Riesenbühne des Nationaltheaters ein kleines Barocktheater nachbauen zu wollen, ist schlicht absurd. Aber da Münchens neuer «Tamerlano» mit Drottningholm koproduziert wurde, verfielen Regisseur Pierre Audi und Bühnen- und Kostümbildner Patrick Kinmonth auf die Idee, einfach ein paar grüne, gold­verzierte Portalhänger in den Bühnenraum einzupassen.

Dazu passende Barockkostüme, ein paar variable Gänge und Haltungen sowie einen Stuhl, den man umkreisen, an dem man sich festhalten und auf dem man sich in höchs­ter Erregung wie auf einen Thron niedersetzen kann, statt ihn in die Kulisse zu werfen. Fertig ist die Inszenierung!
Wie tröstlich, dass die sechs Sänger rein musikalisch fesselten: allen voran Maite Beaumont als verstoßene Verlobte des Tatarenfürsten Tamerlano, die mit dem Furor einer Donna Elvira und einem farbigen, voll klingenden und doch enorm beweglichen Mezzo sang und spielte. Ein hellere, schlankere, weichere und androgynere Stimme setzte Mary-Ellen Nesi für Andronico, den Vertrauten Tamerlanos, ein, Sarah Fox als Asteria ­einen wunderbar instrumental und oft vibratolos geführten Sopran.
John Mark Ainsley hatte als von Tamerlano besiegter und gefangen gehaltener ...

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Opernwelt Mai 2008
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 65
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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