Späte Entdeckung

Der Dirigent François-Xavier Roth über Bernd Alois Zimmermanns «Soldaten»

Opernwelt - Logo

Zum 100. Geburtstag von Bernd Alois Zimmermann werden seine Werke fast überall gespielt – nicht nur große Herausforderungen wie «Die Soldaten», sondern auch Orchestrales, Konzerte, sogar die Brotarbeiten fürs Radio und Unterhaltungsensembles. Sie selbst dirigieren in dieser Spielzeit neben der Oper viele Stücke von Zimmermann – ist der für Sie eine alte Liebe?
Interessanterweise nein, denn Zimmermann gehört nicht zu den Figuren, die ich als Teenager in Frankreich kannte.

Irgendwie zählte er damals zur Avantgarde, aber die französischen Komponisten hatten kein sonderliches Interesse an ihm. Also habe ich seine Musik erst später kennengelernt. Es ist ein superber Aspekt meiner Arbeit in Köln, mit dem Gürzenich-Orchester und als GMD, dass ich mich intensiv mit Zimmermann beschäftigen, mehr und mehr von ihm hören, über ihn lesen, seine Partituren studieren kann. Natürlich ist es eine Herausforderung und Ehre, die «Soldaten» zu dirigieren – aber mittlerweile bedeutet Zimmermann für mich eine neue Phase als Dirigent. Ich werde in diesem Jahr auch mit anderen Orchestern viele seiner Stücke aufführen: die «Dialoge», das Violinkonzert, die Sinfonie in einem Satz, das Oboenkonzert, «Stille ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Michael-Struck-Schloen

Weitere Beiträge
Was kommt... Juni 2018

Alexander Raskatov
Mit seiner 2010 in Amsterdam uraufgeführten Bulgakow-Oper «A Dog’s Heart» erregte er Aufsehen (OW 8/2010). Die Opéra de Lyon bringt nun sein neues Bühnenwerk heraus: «Germania» nach Heiner Müller

Gaspare Spontini
Sein größter Erfolg zu Lebzeiten war die in Paris uraufgeführte Tragédie lyrique «La Vestale» (1807).  In Berlin feierte man den...

Nichts Genaues weiß man nicht

Wissen Sie, was «Belcanto» ist? Laut der großen Musikenzyklopädie MGG war «das ‹Goldene Zeitalter›» dieses Gesangsstils «das 18. Jh. und insbesondere seine erste Hälfte». Doch verwendet wird der Begriff heute nicht für Musik vor 1750, sondern für Rossini, Donizetti, Bellini (und manchmal sogar Verdi). Das ist Unfug, wie uns der italienische Wikipedia-Artikel...

Immer Wunderkind

Herrlich, diese Karikatur! Vier Komponisten (Siegfried Wagner, Max Reger, Richard Strauss, Eugen d’Albert) und ein Dirigent (Arthur Nikisch) stehen da, mehr oder minder gramgebeugt und recht ratlos, wie es scheint, um einen Flügel herum. Auf einem Stuhl davor ein Winzling, dessen zarte Füße nicht einmal im Traum an die Pedale reichen würden, dessen (bebrilltes)...