Entzaubert
Das Wunder bleibt aus. Kein Blitz entzündet – wie vom Librettisten Victor-Joseph Etienne de Jouy vorgesehen – am Ende Julias Schleier, um die heilige Flamme wieder zu entfachen. Bei Regisseur Eric Lacascade kommt das magische Licht in «La vestale» ganz profan zurück: Auf Wink der Oberpriesterin greift eine Vestalin zu einer Dekoleuchte. Der Pontifex maximus und seine männliche Entourage fallen trotzdem auf den Trick der Tempelfrauen herein – Licinius, der siegreiche Feldherr, und Julia, Vestalin wider Willen, erhalten ihren Segen.
Lacascade ist nicht der Erste, der dem von den Göttern verfügten Happy End in «La vestale» misstraut. Am Théâtre des Champs-Elysées steuert er das Geschehen immer wieder und immer tiefer in ironische Gewässer. Der burleske Schluss könnte den Titel «Die Vestalin oder der verhinderte Kuss» tragen. Das drei Akte lang am Rendezvous gehinderte Liebespaar schafft es nicht, einander die Lippen aufzudrücken. Das jubelnde Volk ist hinter den beiden her – in einer heiteren Verfolgungsjagd, die durchaus Stummfilmkomik besitzt.
Der temporeiche Ausklang passt durchaus zu der schmissigen Musik für das Finale. Insgesamt hinterlässt die Inszenierung jedoch einen ...
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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Mathias Nofze
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Der 150. Geburtstag Claude Debussys im vergangenen Jahr hat seiner einzigen vollendeten Oper «Pelléas et Mélisande» wieder verstärkte Aufmerksamkeit verschafft. Zum Zeitpunkt der Uraufführung (1902) war sie ein revolutionäres Werk, das sich mit Konsequenz aus den damals in Paris dominierenden Trends des Wagnerisme und eines Realismus à la «Louise» zu befreien...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Fidelio: 1., 14., 20.
– Hänsel und Gretel: 7., 21., 23., 25.
– Schreier, Prinzessin im Eis (UA): 8. (P), 13.,...
