Glänzend disponiert
Die Enttäuschung darüber, dass der von Stress und Pech verfolgte Rolando Villazón sich nicht in Baden-Baden für die Rolle des Werther würde einfinden können, war groß. Viele Besucher machten Gebrauch von dem Angebot, die Karten zurückzugeben. Sie verpassten so nicht nur eine glänzend disponierte Elina Garanca, deren Charlotte vergessen machte, dass «Werther» die Oper des Tenors ist, sondern sie ließen sich auch die Gelegenheit entgehen, Massenets subtile Nerven- und Seelenkunst in einer orchestral ausgefeilten Wiedergabe zu erleben.
Unter Leitung von Bertrand de Billy zeigte sich das Orchestre de l'Opéra de Lyon glänzend vorbereitet und blendend aufgelegt, feinnervig in der Ausleuchtung zart-intimer Gefühlsszenen wie etwa im «Clair de lune»-Duett, subtil in der Nuancierung der Tempi in den Konversationspassagen, elegant und geschmeidig in der Ausformung instrumental-solistischer Ornamente, voller Emphase in der sogenannten «Désolation» («Un autre! son époux!») wie im Ossianischen Lied («Pourquoi me réveiller?») – eine ideale Verbindung von Eleganz und Glut, die für Massenets feinste Oper charakteristisch ist.
Bitterer als für die Theaterbesucher muss der Ausfall des mexikanischen ...
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Warum einfach, wenn es auch schwierig geht? Nach diesem Grundsatz scheint sich die Stadt Linz bei den Planungen für ein neues Opernhaus gerichtet zu haben. Dass am Ende dennoch alles gut und die Kapitale Oberösterreichs ein attraktives Gebäude für ihr Musiktheater bekommen wird, darf man jetzt erstmals ernstlich hoffen: Im April erfolgte endlich der erste...
Eine Komplilation mit vielen alten Bekannten. EMI hat aus den Katalogen ein paar Höhepunkte zusammengesucht, Mittelmaß ist auch dabei. Vor allem fragt man sich, nach welchen Prinzipien die Nummern aus einzelnen Opern ausgewählt wurden.
Natürlich steht Fritz Busch am Anfang. Von seinen frühen (1934/35) und späteren Aufnahmen (1950/51) gibt es repräsentative Auszüge....
Man muss nicht immer Opern gegen den Strich bürsten. Stoffe wie «Così fan tutte» entfalten gerade ohne krampfhafte Aktualisierung großen Reiz. Bei der Züricher Neuproduktion verlegt Sven-Eric Bechtolf die Geschichte in die Entstehungszeit des Werkes. Im wissenschaftsgläubigen Zeitalter der Aufklärung ist der von Don Alfonso (präsent: Oliver Widmer) angeregte...
