Ein Leben in elf Tagen

Fabrice Bollons «Oscar und die Dame in Rosa» in Freiburg

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Mancherorts heißt’s Kinder-, anderswo Jugendoper, doch Freiburg hat sich wie Aachen für eine «Familienoper» entschieden. Stofflieferant für «Oscar und die Dame in Rosa» ist der französische Erzähler Eric-Emmanuel Schmitt. Sein kleiner krebskranker Titelheld schaffte schnell den Sprung auf die Theaterbühne und die Filmleinwand. Auf die Opernszene verhalf ihm nun der komponierende Freiburger GMD Fabrice Bollon.

Oscar ist zehn und hat nur noch elf Tage zu ­leben.

Oma, eben jene Dame im rosa Outfit, die für die übrigen Stelzen-Erwachsenen Luft ist, Oma empfiehlt dem Knirps, fortan jeden Tag wie ein ganzes Jahrzehnt zu nehmen: ein Reifeprozess im Telegrammstil, eine Liebeserklärung ans Leben mit kumpelhaften Briefen an Gott und – ruckzuck, denn er ist im Handumdrehen zwanzig – der Blitzheirat mit der angehimmelten Peggy Blue.

Was die exzellent aufgestellten Freiburger ­Philharmoniker unter ihrem Chef ausbreiten, hat nichts mit Neuer Musik zu schaffen. Es ist eine mitunter filmmusiknahe Klangspur von großer Dezenz und feinem Geschmack. Die Farbe nimmt im aufgesplitterten Orchester großen Raum ein. Die U-Sparte ist oft nahe, der Umgang mit Keyboard und Drum Set dem scheuklappenfreien ...

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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Heinz W. Koch

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